Für jene, die nicht live dabei sein konnten und für die, die es nochmal sehen wollen: Die Online-Aufführung der Szenischen Lesung "Hinter der Fassade" des Jungen Volkstheaters vom 5. Juni 2020 kann hier nachgeschaut werden:
Drei Frauen erzählen, wie sie Opfer von häuslicher Gewalt durch ihre Lebenspartner wurden. Gerade in Zeiten der häuslichen Isolation und Konzentration auf die Kernfamilien ist es wichtig, erneut und intensiv Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen und zu Zivilcourage aufzurufen.
Die drei stark gekürzten Geschichten stammen aus dem Buch „Bevor der Tod uns scheidet“ von Martina Madner (Hsg.), Ueberreuter Verlag 2009, in Kooperation mit dem Verein AÖF.
Gelesen von Birgit Stöger, Bettina Ernst und Zelal Kapcik. Regie: Constance Cauers und Samuel Bereuther. In Kooperation mit AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser, mit freundlicher Unterstützung von Szene Margareten und Stadtlabor Wien.
Foto-Credit: Reinhard Nadrchal/Volkstheater. Details siehe auf der Website des Volkstheaters.
Veranstaltungstipp!
Am Montag, den 6. Juli um 18:00 spricht AÖF-Geschäftsführerin Maria Rösslhumer in der VHS Urania zum Thema
"Covid 19 und häusliche Gewalt. Die Auswirkungen auf Frauen und Kinder"
Corona stellte Familien vor große und nie dagewesene Herausforderungen. Frauen haben die Hauptlast der Krise zu stemmen, privat und öffentlich. Frauen übernehmen systemrelevante Jobs wie Pflege und Kinderbetreuung. Zukunftsängste, Arbeitslosigkeit und Existenzsorgen führen zu starken Abhängigkeiten und zu einem Anstieg an häuslicher Gewalt an Frauen und Kindern.
--> Tickets (€ 6,-) auf der Website der VHS Urania
Wir freuen uns auf Ihren/euren Besuch!
Anfang Juni hat die Technische Universität München die erste große Studie über Covid19 und häusliche Gewalt in Deutschland veröffentlicht.
Diese erste große repräsentative Umfrage zu häuslicher Gewalt während der Corona-Pandemie in Deutschland zeigt auf, dass rund 3 Prozent der Frauen während der Zeit der strengen Kontaktbeschränkungen zu Hause Opfer körperlicher Gewalt wurden. 3,6 Prozent der Frauen wurden von ihrem Partner vergewaltigt. In 6,5 Prozent aller Haushalte wurde Gewalt gegen Kinder verübt. Deutlich höher noch lagen die Zahlen wenn die Frauen in Quarantäne waren oder die Familien finanzielle Sorgen hatte. Nur ein sehr kleiner Teil der betroffenen Frauen nutzte die vorhandenen Hilfsangebote.
Die Studie spiegelt in Teilen auch die Situation in Österreich wieder.
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Foto (C) Andrea Peller
Die betroffenen Frauen wurden außerdem befragt, ob sie Hilfsangebote kennen und genutzt haben. Die Ergebnisse sind wie folgt:
- 48,2 Prozent der Opfer kannten die Telefonseelsorge, 3,9 Prozent hatten dort angerufen.
- 32,4 Prozent kannten das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, 2,7 Prozent hatten sich dorthin gewandt.
- 44,3 Prozent kannten das Elterntelefon, 21,5 Prozent hatten dort Hilfe gesucht.
- 5,5 Prozent kannten die Aktion „Codewort Maske 19“, bei der Apotheken die Behörden verständigen, wenn eine Kundin dieses Codewort sagt. 1,8 Prozent hatten diese Möglichkeit genutzt.
Eine der Studienautorinnen, Dr.in Cara Ebert vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, empfiehlt: „Wenn Frauen durch ihre Partner intensiv kontrolliert werden, können sie telefonische Beratungsangebote nur schwer nutzen. Hilfe sollte deshalb auch online angeboten werden, per Chat, Messenger und E-Mail. Die bestehenden Hilfsangebote müssen zudem besser in der Öffentlichkeit beworben werden, zum Beispiel durch große Plakate in Supermärkten und Apotheken sowie durch Onlineanzeigen.“
Die gesamte Studie ist unter diesem Link abrufbar: https://www.tum.de/nc/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36053/
Nachbar*innen sind sehr wichtig bei häuslicher Gewalt und insbesondere in Zeiten der Covid-19-Krise: Sie können Gewalt verhindern, indem sie die Gewalthandlung unterbrechen oder rechtzeitig Hilfe holen.
Hier unser neuer Spot wie Zivilcourage gegen Partnergewalt geht:
Mehr über das Projekt StoP – Stadtteile gegen Partnergewalt: www.stop-partnergewalt.at
Aber auch Gefährder, die schnell ausrasten und mit den Belastungen, die durch die Covid-19-Krise entstehen, nicht umgehen können, sollen und müssen sich Hilfe holen – z.B bei den Männerberatungsstellen oder dem Männernotruf unter 0800 246 247.
Hier der Spot "Sei nicht so wie ich – Hol dir Hilfe" in 5 verschiedenen Sprachen:
Männer gegen Gewalt an Frauen – Englisch
Männer gegen Gewalt an Frauen – Arabisch
Männer gegen Gewalt an Frauen – Türkisch
Männer gegen Gewalt an Frauen – BKS
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