
45x Zivilcourage: Österreichs Stadtteile gegen Partnergewalt werden mehr
Wien, 15.04.2025. Häusliche Gewalt ist keine Privatsache. Mit 1. Mai 2025 ist das Gewaltpräventionsprojekt StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt an 45 österreichischen Standorten aktiv – davon zwölf in Wien. Auch in jedem der acht anderen Bundesländer ist StoP mit Standorten vertreten. Damit ist ein wichtiger Meilenstein erreicht: 15 neue Standorte seit Juni 2024, zwei weitere sind in Planung. An den Standorten engagieren sich die StoP-Koordinator*innen in der generellen Gewaltprävention aber auch spezifisch in der Jugend- und Männerarbeit, um präventiv auf allen Ebenen zu wirken.
Starke Nachbarschaften für starken Zusammenhalt!
Um das Schweigen zu brechen, muss Veränderung in unseren Gemeinschaften beginnen. Der Ansatz von StoP zeigt, wie häusliche Gewalt verhindert werden kann – durch Bewusstseinsbildung, solidarische Nachbarschaften und die Sensibilisierung der Allgemeinbevölkerung. Damit jede Person Gewalt in ihrem Umfeld erkennen und entschlossen handeln kann. Denn Gewalt ist präsent. Die alarmierenden Ergebnisse der EU-weit durchgeführten Studie über geschlechtsspezifische Gewalt zeigen, dass eine von drei Frauen in der EU im Laufe ihres Lebens körperliche Gewalt, Drohungen und/oder sexualisiert Gewalt erlebte; bei fast einer von fünf Frauen ist der Täter ein Intimpartner. Die Dunkelziffer bei häuslicher Gewalt ist hoch, da patriarchale Strukturen Betroffene zum Schweigen bringen und Scham die Inanspruchnahme von Unterstützungsstrukturen erschweren kann.
Wissen weitergeben, Wirkung stärken
Im März 2025 fand erneut eine StoP-Ausbildung in Wien statt: Drei Tage lang wurden neue Koordinator*innen aus den verschiedenen Bundesländern geschult, um das StoP-Konzept an ihre Standorte zu bringen. Mit dabei waren die Initiatorin des Konzepts, Sabine Stövesand, sowie StoP-Österreich-Koordinatorin Christina Kopf. Mit den Koordinator*innen sorgen sie dafür, dass das Projekt lokal verankert und nachhaltig weitergetragen wird.
Für eine EU ohne Partnergewalt
StoP schafft Räume, in denen Betroffene von Gewalt Unterstützung finden und Täter zur Verantwortung gezogen werden. 2006 in Deutschland entwickelt und im Jahr 2019 nach Österreich ausgeweitet, ist das Modell heute in mehr als 60 Stadtteilen aktiv. In den letzten zwei Jahren wurde StoP auch in Frankreich, Belgien, Tschechien und Rumänien etabliert. Mit der Entwicklung einer internationalen StoP-Toolbox und eines Schulungskonzepts wird der Ansatz nun EU-weit skaliert. Gleichzeitig wurden lokale Akteur*innen ausgebildet, um die nachhaltige Umsetzung in den Partnerländern sicherzustellen. Die StoP-Toolbox ist das Ergebnis dieses transnationalen Engagements.
Gemeinsam aktiv werden – die StoP-Toolbox
StoP stattet Gemeinschaften mit Wissen und Strategien aus, um Gewalt in intimen Beziehungen frühzeitig zu erkennen und präventiv zu handeln. Die StoP-Toolbox ist eine innovative Online-Ressource und bietet praxisnahe Anleitungen dazu, wie sicherere und solidarischere Nachbarschaften für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen geschaffen werden können, und
welche einfachen, aber wirkungsvollen Maßnahmen jeder Einzelne ergreifen kann, um aktiv gegen Gewalt zu werden und gemeinschaftlich Veränderung zu erwirken.
Mit StoP wird Zivilcourage gestärkt und der gesellschaftliche Zusammenhalt gefördert – für ein sicheres Miteinander.
Entdecken Sie die Toolbox: https://stop-toolbox.eu
Über StoP
Mit dem von der Europäischen Union finanzierten Projekt StoP! Community matters (2023–2025) wurde das erfolgreiche, gemeinwesensorientierte Gewaltpräventionsprojekt StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt europaweit ausgeweitet. Partnerorganisationen aus sechs EU-Ländern arbeiten zusammen, um bewährte Praktiken auszutauschen und einen praxisnahen, schrittweisen Ansatz bereitzustellen, der Gemeinschaften dabei unterstützt, nachhaltige Lösungen gegen Gewalt zu entwickeln – für sicherere und solidarischere Nachbarschaften.
Projektteam
Das StoP-Projekt wird in Europa dank der Kollaboration eines internationalen und interdisziplinären Projektteams umgesetzt:
- Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF), Projektkoordination, Österreich
- Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) - Department Soziale Arbeit, Deutschland
- Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) - Design Department, Deutschland Association for Liberty and Equality of Gender - A.L.E.G, Rumänien
- Garance ASBL, Belgien
- SC Psytel, Frankreich
- Rosa Centrum Pro Zeny ZS, Tschechien
- WWP EN, the European Network for the Work with Perpetrators of Domestic Violence, Deutschland
- WAVE, Women Against Violence Europe, Österreich

Rückfragen und Kontakt:
StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt
Favoritenstraße 29-31, 1040, Wien
StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt | Österreich – Stadtteile gegen Partnergewalt


Presseaviso
Gewalt gegen ältere Frauen sichtbar machen
Zahl der Femizide an älteren Frauen auf beunruhigendem Höchststand
Wien, 28.02.2025. Im Jahr 2024 wurden 27 Frauen von Männern aus ihrem unmittelbaren Umfeld ermordet. 14 von ihnen waren über 60 Jahre alt – das ist mehr als die Hälfte; eine beunruhigend hohe Zahl.
Es liegt nicht am Alter, sondern an den Strukturen.
Häusliche Gewalt trifft Frauen in jedem Alter. Die Gewalt geht meist von Ehemännern und Partnern aus. Wo starre Geschlechterrollen auf Altersdiskriminierung treffen, sind ältere Frauen besonders gefährdet, Opfer von häuslicher Gewalt zu werden.
Gewalt gegen ältere Frauen ist weniger sichtbar.
Obwohl Frauen über 60 verhältnismäßig häufig häusliche Gewalt erleben, finden sie selten den Weg zu spezialisierten Frauenberatungseinrichtungen. In den vergangenen zwei Jahren waren durchschnittlich weniger als 8% der Anruferinnen bei der Frauenhelpline über 60. In den autonomen österreichischen Frauenhäusern sind im Durchschnitt rund 2% der Bewohnerinnen in dieser Altersgruppe. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Es braucht konkrete Maßnahmen, um diese Frauen zu erreichen sowie eine erhöhte Sensibilisierung der Allgemeinbevölkerung.
Aus diesem Anlass lädt der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser am 5. März 2025 um 11 Uhr zu einer Pressekonferenz im Hotel am Konzerthaus, Saal Symphony (EG) ein. Mit Ihrer Teilnahme und Berichterstattung unterstützen Sie uns dabei, diese Thematik sichtbar zu machen. Um Anmeldung bis 4. März wird höflich erbeten.
Podiumsteilnehmer*innen:
Elisabeth Cinatl, Geschäftsleiterin Verein wendepunkt – Frauenhaus und Frauenberatungsstelle Wiener Neustadt
Romeo Bissuti, Obmann White Ribbon Österreich, Vorstandsmitglied DMÖ (Dachverband Burschen-, Männer- und Väterarbeit Österreich)
Maja Markanović-Riedl, Geschäftsführerin Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF)
Wo:
Saal Symphony (EG)
Hotel am Konzerthaus
Am Heumarkt 35-37
1030 Wien
Wann:
5. März 2025, 11 Uhr
Rückfragen und Kontakt:
Annika Schwaiger
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Verein AÖF
Tel. +43 (0) 660 11 45 836
www.aoef.at

Presseinformation
Man(n) kümmert sich
Eine Aktion zum Equal Care Day 2025
Die Aktion “Man(n) kümmert sich" von engagierten Aktivisten des Projekts StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt, in Kooperation mit den Frühen Hilfen der Möwe, macht im Rahmen des Equal Care Day 2025 auf die ungleiche Verteilung der Sorgearbeit aufmerksam.
Wien, 27.02.2025. Denkmäler von Männern prägen das gewohnte Stadtbild. Doch heute trägt die bronzene Statue von Franz Joseph I. nicht nur seinen Befehlshaberstab, sondern auch ein Tragetuch samt Babypuppe. Angelehnt an die britische Initiative dadshift.org.uk, macht diese Aktion auf die mangelnde Beteiligung von Männern an der Care-Arbeit aufmerksam.

Die Statue von Franz Josef I. mit Tragetuch, Babypuppe und einer StoP-Fahne. © StoP Wien
Frauen leisten fast um die Hälfte mehr Sorgearbeit als Männer
Ob Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder die Organisation des Familienlebens – Frauen übernehmen in Österreich einen unverhältnismäßig großen Anteil der unbezahlten Care-Arbeit. Veranschaulicht wird dieser Umstand durch den Gender-Care-Gap von 43%. Daraus resultieren finanzielle Ungleichheit, Karrierehemmnisse sowie verstärkte psychische Belastungen für Frauen. Faktoren, die auch das Ausbrechen aus einer Gewaltbeziehung erschweren. Hinzu kommt: Das Risiko für körperliche Gewalt an Frauen und Kindern steigt, je größer die Ungleichheit in der unbezahlten Sorgearbeit. Auch daher setzt sich StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt als Gewaltpräventionsprojekt für eine gerechtere Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern ein.
Vom Versorgen und Fürsorgen
Eine faire Verteilung unbezahlter Sorgetätigkeiten entlastet nicht nur Frauen: Männer, die sich aktiv an Care-Arbeit beteiligen, können bessere Beziehungen zu ihren Kindern aufbauen, empfinden weniger Stress und sind demokratischer.
Wo der Wille da ist, fehlt es oft an den Strukturen. Dazu gehören fehlende Unterstützung am Arbeitsplatz und finanzielle Nachteile für Familien, da Männer in unserer patriarchal geprägten Gesellschaft häufig die Hauptverdiener sind.
Doch diese Hürden dürfen nicht als Ausreden dienen. Um die Arbeitsteilung gerechter zu gestalten, muss die Verbreitung fürsorglicher Männlichkeitsbilder gefördert werden. Deshalb fordern wir eine breitenwirksame Väterkarenz, eine familienfreundliche Arbeits- und Sozialpolitik, wie etwa flexible Erwerbsarbeitsmodelle, den Ausbau von Pflege- und Kinderbetreuungseinrichtungen sowie eine gesellschaftliche Anerkennung unbezahlter Sorgearbeit durch Bewusstseinsarbeit.

Auch die Statue von Ferdinand Raimund trägt eine Babypuppe im Tragetuch. © StoP Wien
Rückfragen und Kontakt:
Annika Schwaiger
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +43 (0) 660 11 45 836
www.aoef.at
Magdalena Riedl
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +43 (0) 660 12 08 672
www.stop-partnergewalt.at

Presseaviso
10 Jahre One Billion Rising Austria: Pressekonferenz am 7.2.2025, 10 Uhr
Künstlerischer Aktivismus zur Gewaltprävention
Wien, 05.02.2025. Am 14. Februar 2025 wird bereits zum 13. Mal weltweit für ein Ende der Gewalt an Frauen und Mädchen im öffentlichen Raum getanzt. Wien und einige weitere Orte in Österreich sind seit Anbeginn dabei. Um noch nachhaltiger an Empowerment und Gewaltprävention arbeiten zu können, hat sich vor 10 Jahren der Verein OBRA - One Billion Rising Austria gegründet.
Die Obfrau und künstlerische Leitung von OBRA, Aiko Kazuko Kurosaki, ist Trägerin des Österreichischen Frauenring-Preises 2018 und wurde 2019 unter den Global Coordinators der internationalen „One Billion Rising“-Bewegung aufgenommen. 2017 bekam OBRA den Förderpreis der Freien Szene Wien. Dennoch kämpft der Verein nach wie vor ohne jegliche Strukturförderung um sein Überleben.
OBRA lädt anlässlich One Billion Rising Vienna 2025 zu einer Pressekonferenz. Medienvertreter*innen sind herzlich willkommen.
Datum: Fr., 7.2.2025, 10 Uhr
Ort: Presseclub Concordia, Bankgasse 8, 1010 Wien
Sprecherinnen:
Jenny-Kerstin Bauer, MA, stv. Geschäftsleitung Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen, Sprecherin für die Allianz GewaltFREI leben
Dr.in Ewa Ernst-Dziedzic, Mitinitiatorin von OBR-Vienna und Gründungsmitglied des Vereins OBRA
Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings
Aiko Kazuko Kurosaki, künstlerische Leitung und Obfrau des Vereins OBRA
Bitte um Anmeldung per E-Mail an
Für das Programm von One Billion Rising Vienna 2025 am 14.2.2025, 16 Uhr am Platz der Menschenrechte in Wien siehe www.billionrising.at.
Kontakt:
Mag.a Eva Maria Zenz
Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF)
Koordination der Allianz GewaltFREI leben
+43 (0) 660 90 60 611
www.aoef.at

Einladung zur Mahnwache gegen Femizide | 16.1.2025, 17:00

Wien, 15.01.2025. Am 16. Jänner 2025 ruft StoP zur Mahnwache auf. Wir gedenken dabei den 27 Frauen, die 2024 ermordet wurden und setzten ein klares Zeichen gegen geschlechtsspezifische Gewalt.
Jährlich töten in Österreich zahlreiche Männer Frauen, zu denen sie meist in einer nahen Beziehung standen. Allein im Jahr 2024 zählten wir 27 Femizide und 41 Mordversuche. Diese Zahlen spiegeln jedoch nur die Spitze des Eisbergs wider – viele weitere Formen von Gewalt bleiben unsichtbar.
Mit der Mahnwache wollen wir die öffentliche Aufmerksamkeit auf dieses drängende Problem lenken und die Gesellschaft sowie politische Entscheidungsträger*innen dazu auffordern, entschieden gegen geschlechtsspezifische Gewalt vorzugehen.
Details zur Veranstaltung:
Ort: Vor dem Parlament, Dr. Karl Renner-Ring 3, 1010 Wien
Datum: 16. Januar 2024
Uhrzeit: 17.00
Programm:
• Gedenken an die Femizide
• Möglichkeit, Kerzen oder Blumen niederzulegen
• Ein offenes Buch für Protestworte, Trauersprüche und Gedanken
Wir laden Medienvertreter*innen herzlich dazu ein, die Mahnwache zu begleiten und über diese wichtige Aktion zu berichten. Für Rückfragen oder weitere Informationen stehen wir gerne zur Verfügung. Mit dieser Aktion setzen wir ein starkes Zeichen für ein Ende geschlechtsspezifischer Gewalt – und für eine gerechtere Gesellschaft.
Kontakt:
Annika Schwaiger
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail:
Tel: +43 660 1145836
Das StoP-Projekt wird in Österreich vom Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) koordiniert. Nähere Informationen finden Sie unter www.stop-partnergewalt.at.
Mit freundlicher Unterstützung von: Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Gesundheit Österreich GmbH, Fonds Gesundes Österreich, Wiener Gesundheitsförderung.

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- PA 11.12.2023: StoP wurde mit dem Staatspreis für freiwilliges Engagement und Innovation ausgezeichnet
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