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Erfolgsprojekt „StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt” wird verlängert
Sozialministerium investiert 1,2 Millionen Euro – Zahl der Standorte wird erhöht
Wien, 26.6.2023. Rund 1 Million Frauen in Österreich haben bereits körperliche oder sexuelle Gewalt durch einen Partner oder Ex-Partner erlebt. Etwa doppelt so viele waren Opfer psychischer Gewalt. Das Sozialministerium hat nun die Förderung des Erfolgsprojekts „StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt” um ein Jahr verlängert, gab Sozialminister Johannes Rauch bei einer Pressekonferenz in Bregenz bekannt. Die beiden Trägerorganisationen erhalten bis Mitte 2024 insgesamt 1,2 Millionen Euro. Die Zahl der StoP-Standorte soll von 25 auf 28 leicht steigen. „Gewaltprävention muss ganz oben auf der politischen Agenda stehen. Nur wenn Partnergewalt aktiv angesprochen wird, kann den betroffenen Frauen geholfen werden“, betont Sozialminister Rauch.
Häusliche Gewalt ist keine Privatsache
Das eigene Zuhause ist für viele Frauen immer noch der gefährlichste Ort. Häusliche Gewalt passiert aber meist nicht unbemerkt. Die Nachbarschaft hört oder sieht in vielen Fällen die Anzeichen. Hier setzt das Projekt „StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt” an. Es zeigt auf, was jede und jeder tun kann, um häusliche Gewalt zu verhindern.
Das Projekt wurde in Hamburg entwickelt, das erste Pilotprojekt in Österreich startete 2019 in Wien. Seither wird an einem flächendeckenden Ausbau in ganz Österreich gearbeitet. Derzeit gibt es Projekte an 25 Standorten in allen neun Bundesländern. Die Zahl soll in den kommenden Monaten auf 28 Standorte leicht wachsen.
Die österreichweite Koordination und Umsetzung des Projekts StoP erfolgt durch den Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) in Kooperation mit Frauenhäusern, Frauenberatungsstellen, Verein Footprint und Bewohnerservice in Salzburg. In Vorarlberg ist das Institut für Sozialdienste (ifs) Projektträger. Das Sozialministerium hat nun die Förderungen bis Mitte 2024 verlängert. Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser erhält 995.000 Euro, das ifs in Vorarlberg 225.000 Euro. Insgesamt wurde das Budget des Sozialministeriums für Maßnahmen gegen Männergewalt heuer von vier auf sieben Millionen Euro deutlich erhöht.
Bewusstseinsbildung für mehr Zivilcourage
Das Projekt StoP macht mit Veranstaltungen, Türgesprächen und Aktionen auf das Problem der häuslichen Gewalt aufmerksam. Allein im letzten Jahr konnten damit österreichweit rund 60.000 Menschen erreicht werden. StoP setzt da an, wo häusliche Gewalt passiert: am Wohnort, in der Nachbarschaft. Ziel ist es, die Nachbarschaft einzubinden, Verantwortungsgefühl zu entwickeln und Zivilcourage zu fördern. Kernaufgabe ist der Aufbau nachbarschaftlicher Aktionsgruppen, das Planen von Aktionen und die kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit vor Ort. Auch die individuelle Unterstützung für gewaltbetroffene Frauen, Kinder und Jugendliche zählt zu den Aufgaben.
„Aus Angst oder Unsicherheit schweigen Augen- oder Ohrenzeugen von Gewalt noch immer viel zu oft. Gewalt gegen Frauen hat verheerende Folgen für die Opfer. Umso wichtiger ist es, dass Projekte wie StoP das Umfeld animieren, Verantwortung zu übernehmen und Zivilcourage zu zeigen”, betont Sozialminister Johannes Rauch. „‘StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt’ ist ein Erfolgsprojekt und eine wichtige Säule unserer Maßnahmen zur Gewaltprävention.”
„StoP ist ein neuer Meilenstein in der Opferschutzarbeit, es ist aufsuchende und niederschwellige Gemeinwesenarbeit, bei der präventiv viele Menschen und vor allem viele Betroffene erreicht werden können. Ein Schwerpunkt ist auch die feministische Männerarbeit. Männer, die sich kritisch mit dem Patriarchat und mit Männlichkeiten auseinandersetzen, werden von StoP eingeladen, mitzumachen und sich gegen Partnergewalt zu engagieren. StoP braucht dringend eine langfristige finanzielle Absicherung, damit die wichtige Gewaltpräventionsarbeit weitergeführt und flächendeckend etabliert werden kann“, so Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins AÖF und Koordinatorin von StoP Österreich.
Verdoppelung der Standorte in Vorarlberg – Ausrollung international geplant
Bei einer Pressekonferenz in Vorarlberg wurden zwei Jahre nach dem erfolgreichen Start in Bregenz und Hohenems am Montag Lustenau und Feldkirch als neue StoP-Standorte präsentiert. Auch international findet StoP immer mehr Verbreitung: Das Projekt soll in den nächsten zwei Jahren in den Partnerländern Belgien, Frankreich, Rumänien und Tschechien etabliert werden. Das BMSGPK unterstützt den Projektträger-Verein AÖF auch bei diesem Vorhaben.
Links:
StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt | Österreich – Stadtteile gegen Partnergewalt
AÖF - Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Kontakt:
Mag.a Maria Rösslhumer
Geschäftsführerin AÖF - Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser und Leitung von StoP Österreich
Tel.: 0664 793 07 89
www.aoef.at
www.stop-partnergewalt.at
Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK)
www.sozialministerium.at
StoP wird in Österreich vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, BMSGPK, Fonds Gesundheit Österreich, FGÖ und Wiener Gesundheitsförderung, WiG finanziert.


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11. und 12. Femizid 2023 zeigt dringende Notwendigkeit von StoP auf!
„StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt” fordert einen flächendeckenden Ausbau der Gemeinwesenarbeit gegen Partnergewalt. Die bisherige Resonanz aus der Bevölkerung sowie die anhaltende Gewalt zeigen, Femizide müssen gestoppt werden! StoP muss oberste politische Priorität werden!
Wien, 19.6.2023. Tieftraurig und bestürzt müssen wir einen weiteren Fall von schwerer Partnergewalt verzeichnen. Wieder wurden zwei Frauen mutmaßlich von einem Mann ermordet. Die Polizei stellte im Bezirk Murau in der Steiermark fest, dass ein Mann vermutlich zuerst seine Ehefrau, eine weitere Frau und dann sich selbst erschossen hatte. Dieses Gewaltverbrechen unterstreicht die anhaltende Notwendigkeit von Kampagnen wie StoP, um das Bewusstsein für häusliche Gewalt zu schärfen.
Auch die große Resonanz in der Bevölkerung zeigt, dass ein Bedarf nach mehr Gewaltpräventionsmaßnahmen besteht. Die aufsuchende StoP-Arbeit hat im vergangenen Projektjahr eine große Reichweite erzielt. Knapp 57.000 Menschen konnte StoP gewinnen, um über häusliche Gewalt zu sprechen, sich über Methoden der Zivilcourage zu informieren oder sich aktiv an StoP-Aktionen zu beteiligen. Diese sozialraumorientierte Arbeit kann ein Dauerbewusstsein erwirken und nachhaltig Partnergewalt und häusliche Gewalt bekämpfen.
Feministische Männerarbeit bei StoP
StoP muss flächendeckend ausgerollt werden, aber auch die feministische Männerarbeit. Sie ist ein Schwerpunkt von StoP, um effektiv gegen Männergewalt vorzugehen. Drei männliche StoP-Projektkoordinatoren in Wien und weitere in den Bundesländern engagieren sich für ein Ende der geschlechtsspezifischen Gewalt. Sie zeigen Zivilcourage gegen Partnergewalt, indem sie sich klar positionieren, toxisches Verhalten anprangern und Männer ermutigen sich in die Gewaltprävention einzubringen.
Um Femiziden ein Ende zu setzen und einen grundlegenden Wandel gegen das Patriarchat zu erreichen braucht es Männer, die positive Vorbilder sind und zeigen, dass Feminismus auch Männersache ist. Je mehr Männer etwas sagen und etwas tun, desto eher erreichen wir das Ziel, Frauen und Kindern ein gewaltfreies Leben zu ermöglichen. Mach auch du mit bei der StoP-Männerarbeit, hier findet man die Aktivitäten und alle Kontakte: stop-partnergewalt.at/maennerarbeit/
Jahresbilanz 2022/23
Zwischen Juni 2022 und Mai 2023 konnte StoP insgesamt 148 Frauentische, 22 Männertische und 52 Nachbarschaftstische veranstalten, die in Summe 1.343-mal besucht wurden. Zudem wurden aktivierende Gespräche an den Türen und bei Veranstaltungen mit 2.614 Personen durchgeführt.
Darüber hinaus organisierte StoP 225 Veranstaltungen und beteiligte sich an 162 weiteren Events, an denen insgesamt 44.561 Menschen teilnahmen. Durch Netzwerkaktivitäten, Seminare und Vorträge wurden zusätzlich 8.478 Menschen erreicht.
Diese Bilanz zeigt, dass das Bedürfnis nach Gemeinwesenarbeit zur Gewaltprävention groß ist. Nachbar*innen wollen sich gegen Partnergewalt und häusliche Gewalt engagieren, um schwere Gewaltverbrechen, wie sie sich letzte Woche in der Steiermark zugetragen haben, zu verhindern.
Sollten Sie von Gewalt betroffen sein oder jemanden kennen, der oder die von Gewalt betroffen sein könnte, wenden Sie sich bitte an die Frauenhelpline unter der Nummer 0800 222 555 oder an die Onlineberatung www.haltdergewalt.at.
Kontakt:
Mag.a Maria Rösslhumer
Geschäftsführerin AÖF - Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser und Leitung von StoP Österreich
Tel.: 0664 793 07 89


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15. Juni – Internationaler Tag gegen Gewalt an älteren Menschen
Der Verein AÖF erinnert an die unsichtbare Gewalt an älteren Frauen und unterstützt mit Präventionsprojekten
Wien, 15.6.2023. Gewalt an Frauen kennt kein Alter! Auch ältere Frauen über 60 und 70 Jahren erleben Gewalt, meist handelt es sich um eine Kumulation von geschlechtsspezifischer Gewalt, angefangen von jahrelanger Partnergewalt und häuslicher Gewalt, körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt, Vernachlässigungen bis hin zu struktureller und institutioneller Gewalt wie Diskriminierungen, Benachteiligungen in der Arbeitswelt und in der Öffentlichkeit und gewalttätigen Übergriffen in der Pflege.
Besonders besorgniserregend in Österreich ist die steigende Anzahl der Femizide an Frauen über 60 Jahre bzw. an älteren Frauen: 2021 waren es noch 29% (9 von 31 Femiziden), 2022 waren es fast 43% (12 von 28 Femiziden) und 2023 sind es bereits 33% (4 von 12 Femiziden).1 Wir müssen davon ausgehen, dass die Dunkelziffer bei Gewalt gegen ältere Frauen sehr hoch ist. Da die Bevölkerung immer älter wird, werden sich die Probleme im Zusammenhang mit Gewalt gegen ältere Frauen wahrscheinlich noch verschärfen.
Aber diese Gewalt an älteren Frauen ist noch viel zu stark tabuisiert und bleibt meist im Verborgenen. Daher arbeitet der Verein AÖF seit Jahren daran, dieses Thema sichtbar zu machen, einerseits durch Bewusstseinsarbeit, wie durch die Produktion des Films Unsichtbare Gewalt an älteren Frauen oder durch konkrete Gewaltpräventionsprojekte, wie MARVOW 2.0, wo es um die institutionelle Zusammenarbeit zur konkreten Unterstützung von älteren gewaltbetroffenen Frauen geht und auch um Maßnahmen im Umgang mit älteren (pflegenden) Gewaltausübenden und älteren Frauen in Hochrisikosituationen.
Mehr Information hier: EU-Projekt MARVOW 2.0 (aoef.at)
Weiters legt der Verein AÖF im Rahmen des Nachbarschaftsprojekts „StoP-Stadtteile ohne Partnergewalt“ einen besonderen achtsamen Schwerpunkt auf Gewalt an älteren Frauen, indem die aktive Nachbarschaft den präventiven Blick auf diese Zielgruppe schärft und unterstützt – siehe Aktive Nachbarschaft stoppt Gewalt an älteren Frauen* – StoP-Stadtteile ohne Partnergewalt Österreich (stop-partnergewalt.at).
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1 siehe https://www.aoef.at/index.php/zahlen-und-daten/femizide-in-oesterreich
Kontakt:
AÖF - Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Mag.a Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin
Tel.: 0664 793 07 89
www.aoef.at / www.stop-partnergewalt.at

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35-jähriges Bestehen des Verein AÖF und 25-jähriges Jubiläum der Gründung der Frauenhelpline 0800 222 555
Kein Grund, um nur zu feiern, denn es gibt noch viel zu tun!
Wien, 22.5.2023. Österreich verfügt zwar über ein flächendeckendes Netz an Frauenhäusern, aber nicht alle Bundesländer erfüllen die Istanbul-Konvention – so hat das Land Salzburg nur 15 Frauenhausplätze für gewaltbetroffene Frauen und Kinder (5 Plätze für Frauen und 10 für Kinder in Pinzgau), weil zwei autonome Frauenhäuser nicht mehr existieren: Das Frauenhaus Hallein wurde gänzlich geschlossen und das Frauenhaus in Salzburg wurde Trägern übergeben, die keine Expertise zu Frauenhausarbeit verfügen. Femizide und Gewalt an Frauen ist jedoch noch immer ein alarmierendes Problem, auch in Salzburg. So können Frauen, die in Hochrisikosituationen leben, zwar von einem Bundesland ins andere flüchten, aber nicht in das Frauenhaus in Salzburg-Stadt, weil das Haus nicht vernetzt arbeitet und intransparent agiert.
Während sich die Situation in anderen Bundesländern verbessert, sieht es in Salzburg für gewaltbetroffene Frauen und Kinder düster aus: Nur mehr 15 Plätze für Frauen und Kinder im Frauenhaus Pinzgau sind verfügbar. Das bedeutet, dass im Bundesland Salzburg laut Empfehlung der Istanbul-Konvention – ein Platz pro 10.000 Einwohner*innen – rund 42 Plätze fehlen.1
Besonders eklatant sieht es allgemein mit der Wohnsituation nach dem Frauenhausaufenthalt aus. Betroffene Frauen finden kaum leistbare Wohnungen, in denen sie für längere Zeit leben können. Daher sind viele Frauen gezwungen, mit ihren Kindern wieder zu ihren Misshandlern zurückzukehren. Darüber hinaus fehlt es vielen Frauenhäusern an ausreichend Personal, insbesondere im Kinderbereich.
Aber es gibt auch erfreuliche Entwicklungen, vor allem in Tirol und Oberösterreich: Tirol bekommt zwei neue Frauenhäuser mit jeweils 5 Plätzen für Frauen sowie 7 Plätzen für Kinder und in Oberösterreich eröffnet das Frauenhaus Braunau mit 6 Plätzen für Frauen sowie 12 Plätzen für Kinder. Mit diesen neuen Plätzen haben wir nun in Tirol 6 Frauenhäuser mit insgesamt 97 Plätzen (davon 39 Plätze für Frauen und 58 Plätze für Kinder) und in Oberösterreich ebenfalls 6 Frauenhäuser mit insgesamt 127 Plätzen (davon 47 Plätze für Frauen und 80 Plätze für Kinder).
Die drei neu gegründeten Frauenhäuser, das Frauenhaus Tirol Oberland, das Frauenhaus Tirol Unterland und das Frauenhaus Braunau, sind nun Mitglied im Verein AÖF. Somit sind wir mit insgesamt 16 Frauenhäusern vernetzt, die sich an internationalen und feministischen Qualitätsprinzipien orientieren und danach arbeiten.
Gewaltpräventionsarbeit des Verein AÖF steht auf 5 Säulen
Der AÖF - Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser begeht 2023 das 35-jährige Jubiläum: Im Jahr 1988 wurde der Verein als Zusammenschluss der Mitarbeiterinnen der autonomen Frauenhäuser in Österreich gegründet, mit dem Ziel, ein starkes Netzwerk für und mit den Frauenhäusern aufzubauen und gemeinsam Strategien gegen Gewalt an Frauen und Kindern zu entwickeln und die Problematik der häuslichen Gewalt kontinuierlich öffentlich und sichtbar zu machen. Der Verein AÖF steht mittlerweile auf fünf Säulen: die Informationsstelle gegen Gewalt, die Frauenhelpline 0800 222 555, die Onlineberatung „HelpChat - Halt der Gewalt“ unter haltdergewalt.at, das Gewaltpräventionsprojekt StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt und das EmPOWERment-Zentrum BAKHTI für gewaltbetroffene Mädchen* und junge Frauen*. Neben dem 35-jährigen Bestehen des Vereins feiern wir dieses Jahr auch das 25-jährige Jubiläum der Gründung der Frauenhelpline: Seit 1998 bietet die Frauenhelpline 0800 222 555 für Betroffene und ihr Umfeld rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, mehrsprachig, anonym und kostenlos Beratung zum Thema Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt.
Jubiläumsfachtagung zu Angeboten für gewaltbetroffene Mädchen und junge Frauen
Die gemeinsame Jubiläumsfachtagung des Verein AÖF fand am 11. und 12. Mai in Wien zum Thema Angebote für gewaltbetroffene Mädchen und junge Frauen sowie Mädchenhäuser und Mädchenzentren statt. Fachlicher Input kam von Mag.a Nicole Kreja vom FeM-Mädchenhaus in Frankfurt, die die vielen Mädchenhäuser und die feministische Mädchenarbeit in Deutschland vorstellte, die es bereits seit den 1980er Jahren gibt. Darüber hinaus wurden die Angebote der Mädchen- und Burschenarbeit des 2023 neu eröffneten EmPOWERment-Zentrums BAKHTI, wie kostenlose Psychotherapie, Lernhilfe und Workshops, wie z.B. Selbstbehauptungskurse und Yoga, vorgestellt und der dringende Bedarf und Ausbau von Mädchenhäusern und Mädchenzentren auch in Österreich betont.
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1 laut Bevölkerungsstand mit 1.1.2023, siehe https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/bevoelkerungsstand/bevoelkerung-zu-jahres-/-quartalsanfang
Kontakt:
AÖF - Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Mag.a Maria Rösslhumer
Tel.: 0664 793 07 89

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Pünktlich zum heutigen Muttertag: Die UN-Sonderberichterstatterin gegen Gewalt an Frauen und Mädchen kritisiert das weltweit angewendete Entfremdungssyndrom „PAS“ aus 1950 heftig und appelliert an Justiz und Politik – endlich Finger weg davon! Es zerstört Frauen- und Kinderleben.
Wien, 14.5.2023. Der jüngst veröffentlichte Bericht des UN-Menschenrechtsrates (53. Sitzung, Agenda Punkt 3) kommt darin zum eindeutigen Ergebnis, dass die jahrzehntelange Anwendung des Entfremdungssyndroms PAS, auf einer Pseudotheorie beruht, aber diese unwissenschaftliche Praxis weltweit unzähligen Müttern und Kindern unbeschreibliches Leid zugefügt hat. Das Entfremdungssyndrom PAS, eine „Lehre“ von Gardener aus dem Jahr 1950, die von der heutigen Wissenschaft wegen seiner totalitären Ausrichtung kritisiert wird, hat sich aber dennoch in unseren Gerichtssälen etabliert.
Frau Reem Alsalem, die UN-Sonderberichterstatterin gegen Gewalt an Frauen und Mädchen und ihre Ursachen und Folgen, hat über 1000 Obsorgeverfahren erhalten, akribisch ausgewertet und analysiert und zeigt in diesem Bericht auf, dass häusliche Gewalt, sexueller Missbrauch an Kindern, Kinderpornografie von der Justiz und staatlichen Behörden oft gänzlich ignoriert wurden, dass Mütter, die sich von ihren gewalttätigen Partnern und Kindesvätern trennen wollten, weiterhin Kontakten ausgeliefert waren. Auch in Österreich sind viele Mütter und deren Kinder mit langen Gerichtsverfahren und (re-)traumatisierenden Gutachten und Urteilen konfrontiert, wo häusliche Gewalt vollkommen ausgeklammert wird, wo der Wille des Kindes nicht akzeptiert wird, das Kindeswohl schwer gefährdet wird und diese Kinder oft lebenslang darunter leiden. Kindesabnahmen von der Mutter hin zum gewaltbereiten Vater, Zwangskontakte und Zwangsunterbringungen zum Elternteil, vor dem Kinder Angst haben, ist tägliche Gerichtspraxis. Traurige Tatsachen, die die Frauenhäuser, Frauenhelpline, Frauenberatungsstellen und Opferschutzexpertinnen bestätigen und immer wieder anprangern und politische Verbesserungen fordern. Dieser erschütternde Bericht wird dem Menschenrechtsrat übergeben mit dem dringenden Appell an Politik und Justiz, an RichterInnen, GutachterInnen und Co., dieses Pseudosyndrom nie wieder anzuwenden.
Der Verein AÖF schließt sich diesem Appell an und fordert auch, die unwissenschaftlichen Begriffe wie Erziehungsunfähigkeit und Bindungsintoleranz aus allen Gutachten und Gerichtsurteilen zu entfernen.
Der Bericht auf Deutsch (Google-Übersetzung): Link
Der Bericht im Original: Link
OTS-Aussendung: Link
Kontakt:
Mag.a Maria Rösslhumer
Geschäftsführerin AÖF - Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Tel.: 0664 793 07 89
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