
Presseinformation
Frauen am Arbeitsplatz – ohne Papiere und in prekären Arbeitsverhältnissen – sind vielen Facetten der Gewalt ausgesetzt
Unterstützung gibt es beim HelpChat www.haltdergewalt.at, gemeinsam mit UNDOK, LEFÖ und der Gewerkschaft vida
Wien, 18.6.2021. Gewalt an Frauen* und Mädchen* passiert überall, täglich und in allen gesellschaftlichen Bereichen. Ganz besonders häufig zu Hause, in der Familie, in der Beziehung, aber nicht selten auch am Arbeitsplatz.
Das Ausmaß der Gewalt an Frauen* in Österreich ist bekanntlich gravierend hoch. Wir müssen davon ausgehen, dass die Dunkelziffer noch höher ist, weil viele Frauen* nicht wissen, wohin sie sich wenden können. In Zeiten der Pandemie hat sich Gewalt nochmals drastisch erhöht.
Daher ist es wichtig, viele Frauen über die bestehenden Hilfsangebote zu informieren, wie etwa über die niederschwellige Onlineberatung www.haltdergewalt.at, die neben der telefonischen Beratung der Frauenhelpline 0800 222 555 anonyme und schriftliche Beratung täglich von Montag bis Sonntag von 16.00 bis 22.00 für alle hilfesuchenden Frauen* und Mädchen* anbietet. Beratung wird nicht nur in deutscher Sprache angeboten, sondern in vielen Sprachen, wie Arabisch, Bosnisch-Kroatisch-Serbisch, Englisch, Farsi/Dari, Französisch, Italienisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Somalisch, Spanisch und Türkisch.
Die Onlineberatung www.haltdergewalt.at steht allen Frauen zur Verfügung, egal wo und wann und welche Form der Gewalt Frauen erleben müssen – daher auch jenen Frauen, die Gewalt im Arbeitskontext erfahren. Hier kommt es nicht selten zu zahlreichen Übergriffen sowie finanzieller und ökonomischer Ausbeutung. Besonders stark trifft es Frauen, die ohne Arbeits- und Aufenthaltspapiere oder als Au-pair in Österreich arbeiten oder arbeiten müssen.
Gute Kooperation und enge Zusammenarbeit ist „das Um und Auf“ in der Gewaltprävention, daher unterstützen die UNDOK-Anlaufstelle, LEFÖ und die Gewerkschaft vida, die laufend Gewalt an Frauen im Rahmen der Initiative „Tatort Arbeitsplatz“ aufzeigt, gemeinsam mit dem HelpChat www.haltdergewalt.at diese betroffenen Frauen.
„Es gibt starke Überschneidungen von Arbeitsausbeutung und Gewalt“, sagt Susanne Kimm, Projektverantwortliche bei der UNDOK-Anlaufstelle, die undokumentiert Arbeitende berät und unterstützt. „Ökonomische Abhängigkeit, soziale Unsichtbarkeit und Isolierung erhöhen das Risiko, Gewalt am Arbeitsplatz zu erfahren – seien es verbale Demütigungen, körperliche oder sexualisierte Übergriffe.“
Neben Gewalt am Arbeitsplatz, wird auch Frauenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung unzureichend erkannt.
„In Österreich werden beispielsweise Frauen, die im Haushalt ausgebeutet werden, weiterhin kaum als Betroffene des Frauenhandels identifiziert. Durch die Isolation haben Betroffene oftmals keinen Zugang zu herkömmlichen Beratungs- und Betreuungsangeboten.“, merkt Evelyn Probst von der LEFÖ – Interventionsstelle für Betroffene des Frauenhandels an.
Die Palette von Gewalt am Arbeitsplatz reicht von verbaler Gewalt über Ausgrenzung und Mobbing bis hin zur sexuellen Belästigung und zu physischen Übergriffen. „Die von der Gewerkschaft vida vertretenen Beschäftigten, und hier vor allem die Frauen in den Dienstleistungs- und Verkehrsberufen in ihren unterschiedlichen und mitunter schnell wechselnden Arbeitsumgebungen, sind besonders häufig von Konfliktsituationen und somit von Gewalt am Arbeitsplatz betroffen“, erklärt Yvonne Rychly, Mitglied des vida-Bundespräsidiums und Frauenvorsitzende der vida Wien. Es ist wichtig, Gewalt aufzuzeigen und Betroffene zu ermutigen, sich gegen Gewalt zu wehren und Hilfe anzunehmen. „Mit dieser gemeinsamen Aktion vom Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser, UNDOK, LEFÖ und Gewerkschaft vida wollen wir ein starkes Zeichen setzen und betroffenen Frauen Kraft und Halt geben“, unterstreicht Rychly.
Kontakte:
Mag.a Maria Rösslhumer
Geschäftsführerin, Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser - AÖF
Bacherplatz 10/4, 1050 Wien
Tel: +43 1 544 08 20 22, Fax: +43 1 544 08 20 24,
Mobil: +43 0 664 793 07 89
E-Mail:
www.haltdergewalt.at
www.aoef.at, www.frauenhelpline.at
Frauenhelpline: 0800 222 555
Vina Yun
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit UNDOC
E Mail:
Telefon: +43 (0)681 108 41 008
Evelyn Probst und Isabella Chen
Interventionsstelle für Betroffene des Frauenhandels
Lederergasse 35/ 12-13, 1080 Wien
LEFÖ-IBF ist eine anerkannte Opferschutzeinrichtung
Tel: +43 (0)1-79 69 298
Fax: +43 (0)1-79 69 298 21
E-Mail:
Web: www.lefoe.at
www.facebook.com/lefoe1985
Gewerkschaft vida/Öffentlichkeitsarbeit
Hansjörg Miethling
Tel.: 0664 / 6145 733
E-Mail:
Internet: www.vida.at

Pressemitteilung
15. Juni 2021 – Internationaler Tag gegen Gewalt an älteren Menschen
Niemand spricht über Gewalt an älteren Frauen – MARVOW1 schon!
MARVOW-Projektpartner*innen betonen die Dringlichkeit der multi-institutionellen Zusammenarbeit bei Gewalt an älteren Frauen
14.6.2021. Gewalt gegen ältere Menschen ist weltweit ein ernstes und ernstzunehmendes soziales Problem. Obwohl es alle Geschlechter betrifft, sind Frauen überproportional am stärksten betroffen. Ältere Frauen sind in der Regel einem höheren Gewaltrisiko ausgesetzt – nicht nur wegen ihres Alters, sondern auch aufgrund ihres Geschlechts und weil sie oft lebenslangen (strukturellen) Benachteiligungen ausgesetzt und von vielen Abhängigkeiten betroffen sind. Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt haben keine Lobby, sie werden kaum wahrgenommen und es fehlen spezifische Maßnahmen und wirksame Gewaltpräventionsangebote, was wiederum dazu führt, dass sie sich kaum melden oder Hilfe holen und in Anspruch nehmen können.2 Covid-19 hat die Situation zusätzlich enorm verstärkt und verschärft.
Am Internationalen Tag gegen Gewalt an älteren Menschen appelliert MARVOW an Politik und Gesellschaft, sich verstärkt mit den vielen Formen und Auswirkungen der Menschenrechtsverletzungen und Gewalt an älteren Menschen, insbesondere an älteren Frauen, auseinanderzusetzen und konkrete Maßnahmen und Hilfsangebote zu setzen. Es geht auch darum, Wissen zu vermitteln und somit Sensibilisierung und Bewusstsein über Gewalt an älteren Menschen zu schaffen.3
Die MARVOW-Partner*innen starten daher auch heuer wieder eine Bewusstseinskampagne, um gezielt ältere Frauen zu stärken, die Opfer von Gewalt sind und sie versuchen mit Hilfe der multi-institutionellen Zusammenarbeit die Lücken und Defizite im Gewaltschutz zu erkennen, aufzuzeigen und diese zu schließen.
Die unsichtbare Gewalt an älteren Frauen
Ältere Frauen sind oft mit verschiedenen Formen der Gewalt und Vernachlässigung konfrontiert – physisch, psychisch, sexuell und sozial. Es ist eine Form der Gewalt, die oft nicht sichtbar genug ist und daher kaum berücksichtigt wird. Ältere Menschen stoßen auf viele Barrieren, die es viel unwahrscheinlicher machen, dass die Gewalt erkannt, gemeldet und gestoppt wird. Das MARVOW-Projekt zielt darauf ab, das Bewusstsein zu schärfen und sicherzustellen, dass ältere Opfer von Gewalt anerkannt werden und die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.
Ein wichtiges Instrument bei der Bekämpfung von Gewalt gegen ältere Frauen besteht darin, das Wissen darüber in allen zuständigen Organisationen zu erweitern und sicherzustellen, dass alle Behörden und Institutionen eng und effizient zusammenarbeiten.
Die Dringlichkeit der multi-institutionellen Zusammenarbeit
MARVOW befasst sich mit dem Problem geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und entwickelt das erste multi-institutionelle Modell für ältere Opfer von Gewalt und Gewalttäter gegen ältere Frauen. Die Projektteams führen Fallkonferenzen für ältere Opfer durch und entwickeln eine Reihe innovativer Methoden zur Unterstützung des Modells, die einem bedarfsorientierten Ansatz folgen und alle wichtigen Stakeholder einbeziehen.
Im vergangenen Jahr hat das Projektteam Kooperationsplattformen geschaffen, die sich speziell mit Fällen von Gewalt gegen ältere Frauen befassen, an denen Opferschutzeinrichtungen, Frauenhäuser, Beratungsstellen, Gewaltschutzzentren, Pflegedienste, Sozialarbeiter*innen, Gesundheitsdienste, Polizei, Männerberatungsstellen und Opferschutzgruppen beteiligt sind. Die Teilnehmer*innen erhalten Schulungen zum Thema, tauschen „Best Practices“ aus und entwickeln Lösungen für strukturelle Probleme.
Seit Ende 2020 wird das Modell in mehreren Regionen Österreichs, Estlands und Griechenlands umgesetzt. Das Projekt brachte bereits über 300 Beteiligte zusammen, an denen allein bei den ersten lokalen Schulungen 150 Fachleute teilnahmen.
Alle beteiligten Organisationen werden über den multi-institutionellen Ansatz bei Gewalt gegen ältere Frauen sensibilisiert, insbesondere durch zwei Ansätze: systemumfassende Steuerungsgruppen und Fallkonferenzen. Systemumfassende Steuerungsgruppen bieten Gelegenheit, die Herausforderungen im System zu erörtern, denen sich die Behörden stellen müssen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen älterer Opfer gerecht zu werden und Täter/Täterinnen zur Verantwortung zu ziehen. Die Abhaltung von Fallkonferenzen bei risikogefährdeten älteren Frauen ermöglichen es, Opfer konkret zu schützen und das System zu verändern, sowie verbesserte Angebote und Maßnahmen zu schaffen.
Die Lage in Österreich
In Österreich ist Gewalt gegen Frauen ein dringendes Problem, da die Zahl der Femizide sehr hoch ist. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2021 wurden bereits 14 Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet, darunter 6 Frauen über 60 Jahre. Dies zeigt, dass die Gewalt gegen ältere Frauen in Österreich hoch ist und dringend Maßnahmen ergriffen werden sollten, um zu erkennen, wenn ältere Frauen von Gewalt betroffen sind und sie zu unterstützen und zu schützen.
Seit Anfang 2021 etabliert das MARVOW-Projekt multi-institutionelle Plattformen in drei Regionen Österreichs: Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg. Dabei werden in regelmäßig stattfindenden systemumfassenden Steuerungsgruppen die Lücken und Defizite in den jeweiligen Regionen erörtert, eine gemeinsame Haltung gegen geschlechtsspezifische Gewalt an älteren Frauen erarbeitet und wirksame Maßnahmen gegen Gewalttäter entwickelt. Fallkonferenzen dienen dazu, gefährdete ältere Frauen konkret zu unterstützen.
Es werden Tools zur Gefährlichkeitseinschätzung erprobt und alle Daten und Fakten gesammelt, die hilfreich sind, um nachhaltig eine verbesserte Infrastruktur für Gewaltopfer zu schaffen. Es wird auch eine Online-Toolbox entwickelt, in der alle wichtigen Informationen abgerufen werden können. Für den Aufbau und Erhalt der multi-institutionellen Zusammenarbeit und Plattformen benötigt es auch finanzielle Mittel, um effektiv und langfristig gemeinsam arbeiten zu können.
Am Internationalen Tag der Gewalt an älteren Menschen bringen MARVOW-Partner*innen die Dringlichkeit der Zusammenarbeit aller Behörden und Institutionen mit dem spezifischen Ansatz zu Gewalt gegen ältere Frauen zum Ausdruck.
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Folgen Sie der Facebook-Seite und der Website von MARVOW, um mehr über unsere aktuellen und zukünftigen Aktivitäten zu erfahren. Wenn Sie weitere Fragen haben, setzen Sie sich gerne mit den Projektpartner*innen in Verbindung!
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1 EU-Projekt: Multi-Agency Responses to Violence Against Older Women, MARVOW – Multi-Institutionelle Zusammenarbeit bei der Unterstützung von gewaltbetroffenen älteren Frauen – wird vom Verein AÖF geleitet
2 Weltgesundheitsorganisation (2017), Elder Abuse Factsheet, www.who.int/mediacentre/factsheets/fs357/en/
3 https://worldelderabuseawareness.com/about-weaad/
Wichtiger Filmtipp:
Unsichtbare Gewalt an älteren Frauen – YouTube
Projektpartner*innen in Österreich, Griechenland, Estland und Deutschland:
Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF), Österreich, Maria Rösslhumer,
Union of Women Associations of Heraklion Prefecture (UWAH), Griechenland, Nicholas Spetsidis,
Frauen- und Informationszentrum (WSIC,) Estland, Pille Tsopp-Pagan,
Universität Tartu, Estland, Hector Pagan,
Europäisches Netzwerk für die Arbeit mit Tätern häuslicher Gewalt (WWP), Dimitra Mintsidis,
Women against Violence Europe (WAVE), Österreich, Elena Floriani,



Pressemitteilung
#MeToo und Solidarität mit den Journalistinnen Raphaela Scharf und Katia Wagner
Der Verein AÖF, die Frauenhelpline 0800 222 555, der Österreichische Frauenring und die Allianz GewaltFREI leben stehen hinter den Betroffenen
Wien, 26.5.2021. Sexuelle Belästigung in der Arbeitswelt ist in unserer patriarchal geprägten Gesellschaft leider immer noch weit verbreitet und das Schweigen darüber wird von den Tätern schamlos ausgenützt. Neu ist, dass betroffene Frauen in die Öffentlichkeit gehen und das Problem direkt ansprechen. Vor kurzem haben sich zwei ehemalige Mitarbeiterinnen von Ö24, Raphaela Scharf und Katia Wagner, an die Öffentlichkeit gewandt und von sexueller Belästigung, Drohungen und Beschimpfungen durch ihren ehemaligen Vorgesetzten Wolfgang Fellner berichtet.
Wir, der Verein AÖF, die Frauenhelpline 0800 222 555, der Österreichische Frauenring und die Allianz GewaltFREI leben, solidarisieren uns mit Raphaela Scharf und Katia Wagner, die gegen ihren ehemaligen Vorgesetzten aufstehen und sich gegen sexuelle Belästigung wehren. Einer hohen Dunkelziffer von Frauen ergeht es am Arbeitsplatz ähnlich, jedoch sind sie oft in einer weniger privilegierten Position, um sich ebenfalls gegen die Belästigung zur Wehr zu setzen und etwas dagegen zu tun. Nicht selten erfahren sie auch aus ihrem Umfeld wenig Unterstützung, es wird ihnen nach wie vor oft nicht geglaubt und sie werden nicht ernst genommen.
Laut einer Erhebung der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte aus dem Jahr 2014 ist jede fünfte Frau, also 20 Prozent aller Frauen, körperlicher und/oder sexueller Gewalt ausgesetzt und jede 3. Frau musste seit ihrem 15. Lebensjahr eine Form von sexueller Belästigung erfahren. Besonders das vorhandene Machtgefälle am Arbeitsplatz bringt betroffene Frauen oft in eine schwierige Lage und erschwert das Vorgehen gegen die Belästigung – die oft durch männliche Vorgesetzte begangen wird – enorm. Auch wenn der Belästiger ein Kollege ist, wird er oftmals durch die meist männlich besetzte Chefetage geschützt, die Tat negiert und Täter-Opfer-Umkehr betrieben. Niemals ist jedoch die betroffene Frau, die sexuelle Belästigung anspricht und dagegen vorgeht, schuld – die Schuld liegt immer und allein beim Täter oder bei den Tätern!
Wir fordern daher die Politik, Behörden und vor allem alle ArbeitgeberInnen auf, Gewalt am Arbeitsplatz – dazu zählt auch sexuelle Belästigung – zu ahnden und ernst zu nehmen, einen sogenannten Verhaltenskodex gegen jede Form der Gewalt in jedem Betrieb und Unternehmen einzuführen, die alle Beschäftigten unterzeichnen und sich daran halten müssen – inklusive die Leitung. Weiters muss es in jedem Betrieb laufend Schulungen und Fortbildungen zu Gewaltprävention geben. ArbeitgeberInnen sind verpflichtet, im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht alle MitarbeiterInnen vor Gewalt, Verletzungen und Übergriffen zu schützen.
Kontakt:
AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Mag.a Maria Rösslhumer
Tel.: 0664 793 07 89
www.aoef.at

Presseinformation
Die StoP-Social-Media-Plakatkampagne geht mit 25. Mai 2021 weiter!
PROMINENTE UNTERSTÜTZEN DAS PROJEKT „STOP – STADTTEILE OHNE PARTNERGEWALT“
Ich unterstütze StoP, weil Gewalt gegen Frauen ein Männerproblem ist.
Selbst nicht gewalttätig zu sein, enthebt uns nicht der Verantwortung.
(Günter Schwaiger, Regisseur & Produzent)
Wien, 25.05.2021. „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ ist ein gemeinwesenorientiertes Nachbarschaftsprojekt mit dem zentralen Ziel, Partnergewalt und häusliche Gewalt an Frauen und Kindern zu verhindern. Es ist ein Gewaltpräventionsprojekt, welches sich für gute Nachbarschaften und ein gewaltfreies Miteinander einsetzt. Jede*r kann einen Beitrag leisten, denn häusliche Gewalt und Partnergewalt kommen in allen sozialen Schichten, in allen Communities und Religionen vor. Das StoP-Projekt ermutigt Nachbar*innen, sich aktiv zu beteiligen und stärkt die Zivilcourage.
Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) hat zu Beginn des Jahres 2019 das Projekt im 5. Wiener Gemeindebezirk Margareten gemeinsam mit zahlreichen Unterstützer*innen begonnen. Viele Menschen kennen StoP bereits und wollen einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung leisten. Darunter auch prominente Personen aus Margareten und Wien mit einem klaren Bekenntnis gegen Gewalt, jede Form der Partnergewalt und häusliche Gewalt.
Im März starteten wir mit einer Social-Media-Plakatkampagne – als Auftakt zum Internationalen Frauentag am 8. März – bei der Prominente aus Politik, Kunst, Kultur, Soziales und Wirtschaft mit einem Portrait und einem Statement für ein gewaltfreies Miteinander aufgerufen haben. Den Anfang machten Wolfgang Fifi Pissecker, Manuel Rubey, Dagmar Kutzenberger, Constance Cauers, Elisabeth Hammer, Elwira Burdzy, Silvia Jankovic und Katharina Ranz.
Nun geht es weiter mit Sigrid Horn, Günter Schwaiger, Susi Stach, Karl Fischer, Jana McKinnon, Florian Weber, Franziska Tkavc, Patrick Holzinger und Elisabeth Speiser!
Ab 25. Mai wird wieder täglich ein Promi-Portrait mit einem Statement gegen Gewalt auf der StoP-Facebook- und StoP-Instagram-Seite präsentiert.
Wir bedanken uns sehr herzlich für die Beteiligung an der Kampagne und freuen uns über Reaktionen!
Wir wünschen uns viele weitere bekannte Persönlichkeiten, die sich daran beteiligen, Mut und Zivilcourage gegen Partnergewalt zeigen und somit StoP bekannter und sichtbarer machen. Mit diesem Engagement werden vor allem Betroffene von Gewalt auf dem Weg in ein gewaltfreies Leben unterstützt und ermutigt!
Kontakt:
Mag.a Maria Rösslhumer
Projektleitung StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt
Geschäftsführerin Verein AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser
Bacherplatz 10/4 | 1050 Wien
Tel: +43 1 544 08 20 22, Fax: +43 1 544 08 20 24
Mobil: +43 664 793 07 89
E-Mail:
www.aoef.at, www.frauenhelpline.at, www.stop-partnergewalt.at
Weitere Informationen:
StoP-Homepage: www.stop-partnergewalt.at
StoP Wien Margareten - Stadtteile ohne Partnergewalt (www.facebook.com/StoPMargaretenWien)
stopwienmargareten (www.instagram.com/stopwienmargareten)
Bericht zur Promikampagne im März 2021:
https://stop-partnergewalt.org/wordpress/2021/03/prominente-unterstuetzen-das-projekt-stop-stadtteile-ohne-partnergewalt-ich-unterstuetze-stop-weil-jedes-kind-jede-frau-jeder-mann-ein-recht-auf-gewaltfreihei/

Pressemitteilung
Skandalös: Muttertags-Sujet mit Waffe auf Social Media verharmlost Frauenmorde
Verein AÖF ist empört über unglaubliche Provokation angesichts schon 12 getöteter Frauen 2021
Wien, 12.5.2021. Der Verein AÖF ist empört über das Muttertags-Sujet des Waffenfabrikanten Glock auf Social Media: Es zeigt eine Pistole mit Blumen und dem Schriftzug „Happy Mother’s Day“. Dieses Sujet, zeitgleich mit bereits 12 getöteter Frauen im aktuellen Jahr 2021, ist eine unglaubliche Provokation!
Wir fragen uns: Was denkt sich das Social-Media-Team dabei, ein Sujet wie dieses zu verwenden, angesichts dessen, dass auch 2021 die Serie an Frauenmorden in Österreich nach dem Höchststand von 41 Morden im Jahr 2018, 39 im Jahr 2019 und 31 Morden an Frauen im Vorjahr nahtlos weitergeht? Wird dabei einfach nicht nachgedacht, was so ein Sujet bewirkt oder ist es Absicht, um einen Skandal zu schaffen und so als Unternehmen ins Gespräch und in die Medien zu kommen? Es ist gesellschaftspolitisch unverantwortlich, gewaltprovozierend und untragbar.
Was das Sujet auf jeden Fall auslöst ist eine Retraumatisierung aller Frauen, die Gewalt durch ihren (Ex-)Partner und/oder durch ein Familienmitglied erfahren mussten. Laut einer Erhebung der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte aus dem Jahr 2014 ist jede fünfte Frau, also 20 Prozent aller Frauen, ab ihrem 15. Lebensjahr körperlicher und/oder sexueller Gewalt ausgesetzt. Besonders bei jenen Opfern, die einen gewalttätigen Angriff mit einer Waffe – oft nur knapp – überlebt haben, kann dieses Sujet die durchlebte Gewalt wieder in Erinnerung rufen und erneut großes psychisches Leid auslösen.
Wir fordern die Firma Glock auf, sich öffentlich für diesen unglaublichen Fehltritt bei allen Frauen und Müttern zu entschuldigen. Die österreichische Regierung ist aufgefordert, Glock zur Verantwortung zu ziehen und der Österreichische Presserat und der Werberat sind dringend aufgefordert, dieses frauen- und menschenverachtende sowie gewaltverherrlichende Sujet zu sanktionieren und öffentlich Stellung zu nehmen.
Kontakt:
AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Mag.a Maria Rösslhumer
Tel.: 0664 793 07 89
www.aoef.at
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