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    PA 09.05.2023: Gewalt an älteren Frauen ist enorm, aber ein großes Tabu – Verein AÖF setzt EU-Projekt MARVOW fort

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    Presseinformation

    Gewalt an älteren Frauen ist enorm, aber ein großes Tabu

    Der Verein AÖF setzt das EU-Projekt MARVOW - Multi-institutionelle Zusammenarbeit zur Unterstützung von gewaltbetroffenen älteren Frauen fort

    Wien, 9.5.2023. Gewalt gegen ältere Frauen ist ein zunehmend relevantes Thema in Österreich und in Europa, denn das Ausmaß der Gewalt an Frauen ist alarmierend hoch. In Österreich wird jede dritte Frau ab dem 15. Lebensjahr Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt. Immer mehr Frauen leben in Hochrisikosituationen und müssen um ihr Leben bangen, die Femizide nehmen nicht ab, ganz im Gegenteil und auch die Zahl der Mordversuche an Frauen ist unerträglich hoch. 2018 gab es einen Höchststand von 41 Femiziden, 2020 waren es 31 Femizide, 2021 zählten wir 31 Femizide und 63 Mordversuche sowie 2022 28 Femizide und 30 Mordversuche. Besonders besorgniserregend ist dabei die steigende Anzahl an Femiziden bei Frauen über 60 Jahre bzw. älteren Frauen. 2021 waren es noch 29% (9 von 31 Femiziden) und 2022 waren es bereits fast 43% (12 von 28 Femiziden).[1] Es wird daher angenommen, dass die Dunkelziffer bei Gewalt gegen ältere Frauen sehr hoch ist. Da die Bevölkerung Europas immer älter wird, werden sich die Probleme im Zusammenhang mit Gewalt gegen ältere Frauen wahrscheinlich noch verschärfen.

    Um geschlechtsspezifische Gewalt gegen ältere Frauen sichtbar zu machen und zu bekämpfen, wird das EU-Projekt MARVOW, das zwischen 2019 und 2022 durchgeführt wurde, fortgesetzt: „MARVOW 2.0: Coordinated Multi-agency Response to Violence against Older Women“ wird ein Modell der Zusammenarbeit verschiedener Institutionen zum Schutz älterer Frauen, die von Gewalt betroffen sind, in der Europäischen Union ausbauen.

    Das Auftakttreffen zu MARVOW 2.0, organisiert durch den AÖF - Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser, mit den internationalen Projektpartner*innen, fand von 4. bis 5. Mai in Wien statt. Internationale Expert*innen für häusliche Gewalt gegen ältere Frauen und die EU-Projektpartnerorganisationen kamen zusammen, um die Fortsetzung der Arbeit des Vorgängerprojekts MARVOW zu diskutieren und zu planen.

    Das Projekt MARVOW 2.0 zielt darauf ab, geschlechtsspezifische Gewalt gegen ältere Frauen durch behördenübergreifende Zusammenarbeit zu bekämpfen. Es werden Risikobewertungsinstrumente und Fallmanagementmethoden entwickelt, Schulungen für Fachkräfte durchgeführt und ein koordiniertes, institutionsübergreifendes Arbeitsprotokoll mit strategischen Empfehlungen erarbeitet. An dem Projekt sind Expert*innen aus Österreich, Griechenland, Deutschland, Belgien, Spanien, Bulgarien, Italien, Frankreich und Zypern beteiligt. Die Projektergebnisse werden über große europäische Netzwerke wie AGE Platform Europe, European Network for the Work with Perpetrators of Domestic Violence (WWP EN) und Women against Violence Europe (WAVE) publiziert und verbreitet.

    Langfristig wird MARVOW 2.0 dazu beitragen, die Gleichstellung der Geschlechter durch die Bekämpfung von Gewalt gegen ältere Frauen zu verbessern und einen dauerhaften Wandel in Europa zu bewirken.

     

    Projektpartner*innen:

    • AÖF - Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser, Projektkoordination
    • Union of Women Associations of Heraklion, Greece
    • Conexus, Spanien
    • Association NAIA, Bulgarien
    • Anci Associazione Regionale Comuni Italiani Lazio, Italien
    • SC Psytel, Frankreich
    • Mediterranean Institute of Gender Studies, Zypern
    • AGE Platform Europe
    • European Network for the Work with Perpetrators of Domestic Violence (WWP EN)
    • Women Against Violence Europe (WAVE)

     

    Kontakt:

    AÖF - Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser

    Mag.a Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin

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    Tel.: 0664 793 07 89

    www.aoef.at

     

    Alicja Switon, Koordinatorin internationale Projekte

    Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

    Tel.: 0660 90 60 610

    www.aoef.at

     

    [1] siehe https://www.aoef.at/index.php/zahlen-und-daten/femizide-in-oesterreich

     

     

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