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Wien/Salzburg, 14.07.2026. Mit großer Sorge verfolgt der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) die Ausschreibung des Frauenhauses Pinzgau. Nachdem das Land Salzburg den Betrieb der Frauenhäuser erneut ausgeschrieben hat, ist diesmal auch das Frauenhaus Pinzgau betroffen und es droht eine bewährte Gewaltschutzstruktur in Frage gestellt zu werden.
Das Frauenhaus Pinzgau ist seit seiner Gründung im Jahr 1997 Mitglied im Netzwerk der Autonomen Österreichischen Frauenhäuser und leistet seit fast drei Jahrzehnten unverzichtbare Arbeit für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder in einer Region mit besonderen Herausforderungen. In dieser Zeit wurden tragfähige Kooperationen mit Behörden, Polizei, Gesundheits- und Sozialeinrichtungen aufgebaut. Diese gewachsenen Strukturen sind ein wesentlicher Bestandteil wirksamen Gewaltschutzes und lassen sich nicht innerhalb kurzer Zeit ersetzen.
Gerade in ländlichen Regionen wie dem Innergebirg ist diese langjährige regionale Verankerung von besonderer Bedeutung. Die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses sind seit vielen Jahren in der Einrichtung tätig und selbst in der Region verwurzelt. Sie kennen die örtlichen Gegebenheiten, die vorhandenen Unterstützungsstrukturen und die Lebensrealitäten der betroffenen Frauen. Dieses Wissen schafft Vertrauen – ein entscheidender Faktor, wenn Frauen in akuten Krisensituationen Schutz suchen und oft zum ersten Mal über erlebte Gewalt sprechen.
Professioneller Gewaltschutz lebt von Kontinuität. Vertrauen, Vernetzung und Fachwissen entstehen nicht innerhalb weniger Monate, sondern wachsen über Jahrzehnte. Eine funktionierende, etablierte Struktur aufzugeben, bedeutet daher immer auch den Verlust von wertvollen Erfahrungen, eingespielten Kooperationen und gewachsenem Vertrauen innerhalb der Bevölkerung.
Als langjähriges Mitglied des AÖF-Netzwerks arbeitet das Frauenhaus Pinzgau zudem nach den hohen Qualitätsstandards der autonomen Frauenhäuser in Österreich, welche durch regelmäßigen fachlichen Austausch und gemeinsame Fortbildungen kontinuierlich weiterentwickelt werden. Dieses bundesweite Netzwerk stellt sicher, dass Frauen und Kinder überall nach hohen, fachlich fundierten Standards begleitet werden und aktuelle Entwicklungen im Gewaltschutz unmittelbar in die Praxis einfließen.
„Frauenhäuser sind hochspezialisierte Gewaltschutzeinrichtungen. Über ihren Betrieb darf nicht nach dem Prinzip des günstigsten Angebots entschieden werden. Qualität, Erfahrung und Kontinuität müssen oberste Priorität haben und sind entscheidend für die Sicherheit von Frauen und Kindern.“
- Beate Malekzadeh-Forstner Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF)
Die Autonomen Österreichischen Frauenhäuser stehen solidarisch hinter dem Frauenhaus Pinzgau und seinen Mitarbeiterinnen. Sie leisten seit Jahrzehnten engagierte und qualitativ hochwertige Gewaltschutzarbeit und sind ein unverzichtbarer Bestandteil der regionalen Gewaltschutzlandschaft. Der AÖF appelliert daher an die Verantwortlichen, die langfristig gewachsene Expertise und Qualität des Frauenhauses bei allen weiteren Entscheidungen in den Mittelpunkt zu stellen.
Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF)
Kerstin Bohner Teamleitung Informationsstelle gegen Gewalt Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. +43 (0) 1 544 08 20
Lydia Mantler Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
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