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    PA 26.11.2012 Frauenhelpline 0800/222 555 bietet Hilfe bei Gewalt

    Morde und Mordversuche an Frauen passieren oft in Trennungszeiten

    Die Frauenhelpline 0800/222 555 bietet Hilfe bei Gewalt: rund um die Uhr, anonym und kostenlos


    Wien, 26.11.2012:
    Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser ist tief erschüttert über die Morde und Mordversuche an Frauen in den letzten Nächten. Die Ereignisse der letzten Tage zeigen auf die traurigste Weise, wie wichtig der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und die Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ sind.

    Bei beiden Mordfällen und bei einem der zwei Mordversuche am Wochenende mussten die Kinder die Schrecknisse miterleben. In einem Gewaltvorfall wurde die 15-jährige Tochter leicht, der 20-jährige Sohn bei dem Versuch, seine Mutter vor der Messerattacke des Vaters zu schützen, sogar schwer verletzt.

    Kinder und Jugendliche sind in 70 Prozent der Fälle, in denen Frauen männlicher Gewalt ausgesetzt sind, ebenfalls direkt betroffen. Das Ausmaß der Betroffenheit von Kindern und Jugendlichen zeigt sich in den Gewaltverbrechen der letzten Tage: Zwei Jugendliche wurden beim Mord ihrer Mutter zum Teil schwer verletzt, bei einem Mordversuch verständigte der zehnjährige Sohn die Polizei.

    Bisher ist bereits bei zwei Fällen bekannt geworden, dass dem Mord bzw. dem Mordversuch jahrelange Streitigkeiten und Gewalt an den Frauen vorausgegangen sind. Beide Frauen wollten sich aus  diesen Beziehungen befreien. Trennung und Scheidung birgt die größte Gefahr für Frauen, vom (Ex-) Partner ermordet zu werden. Gewalttätige Männer können den Verlust der Familie meist kaum ertragen – das Aufgeben der Kontrolle und der Macht über die Frau führt dann zu schweren Gewaltdelikten.

    Viele Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind, und auch ihr Umfeld weiß meist nicht, an wen sie sich wenden können, um Hilfe und Unterstützung für sich, ihre Kinder oder für Angehörige zu bekommen. Die österreichweite Frauenhelpline gegen Männergewalt 0800/222 555 stellt kostenlos, anonym und rund um die Uhr Hilfe zur Verfügung. Sie bietet auch muttersprachliche Beratung in Arabisch, Bosnisch-Kroatisch-Serbisch und Türkisch an.

    Mag.a Maria Rösslhumer, die Leiterin der Frauenhelpline, fordert alle Medien zur Verbreitung der Nummer auf: „Die Nummer der Frauenhelpline 0800 / 222 555 sollte in allen österreichischen Medien täglich kostenlos geschalten werden, damit betroffene Frauen und Kinder rasch und jederzeit Hilfe finden können.“  Die Nummer 0800/222 555 muss in allen Haushalten aufliegen und bekannt sein, ähnlich wie die der Polizei, Rettung und Feuerwehr.

    „Auch die Frauenhäuser müssen noch bekannter werden“, so die Obfrau des Vereins AÖF und Geschäftsführerin des Salzburger Frauenhauses, Mag.a Birgit Thaler-Haag.

    Grundlegend und wichtig im Zusammenhang mit Gewalt an Frauen und Kindern ist die Sensibilisierungs- und Bewusstseinsarbeit für alle relevanten Berufsgruppen. Besonders ÄrztInnen und (Kindergarten-) PädagogInnen sind oftmals die ersten, die Gewalt an Frauen und Kindern erkennen können. Eine mögliche Gewaltbetroffenheit muss von ihnen erkannt und angesprochen werden. Nur so kann Gewalt früher erkannt werden.

    Um das zu erreichen, appelliert der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser für verpflichtende Schulungen zu Gewalt in der Familie für alle Berufsgruppen, die mit Gewalt betroffenen Menschen konfrontiert sind. Das trifft besonders für JuristInnen sowie für medizinisches und pädagogisches Personal zu.

     

    Rückfragehinweis:

    Mag.a Maria Rösslhumer, Tel: +43 (0) 664/793 07 89, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

     

    Femizide & schwere Gewalt

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