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    PA 08.08.2022: Die Regierung und alle Behörden haben die PFLICHT, Hass und Gewalt an Frauen* zu stoppen!

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    Presseinformation

    Die Regierung und alle Behörden haben die PFLICHT, Hass und Gewalt an Frauen* zu stoppen! In Österreich muss sich Grundlegendes verändern!

    Schweigen und Ignorieren bedeutet Zustimmung und Akzeptanz

    Wien, 8.8.2022. Österreich hat ein enormes Gewaltproblem. Hass und Gewalt generell, aber vor allem geschlechtsspezifische Gewalt an Frauen wird laufend verharmlost, verschwiegen, verleugnet, beschwichtigt, heruntergespielt, verzerrt und nicht ernst genug genommen. Zu viele Frauen, die Hilfe suchen, werden von der Regierung und von den Behörden im Stich gelassen. Gewaltausübende Täter werden in Schutz genommen, es gibt zu wenig klare und wirksame Konsequenzen. Frauenverachtendes, toxisches, patriarchales Gewaltverhalten und Hass gegen Frauen wird geduldet, anstatt es zu ahnden. Daher haben viele Menschen und vor allem zu viele Frauen das Vertrauen in den Staat und in die Behörden verloren. Das muss sich schleunigst ändern. Daran muss sich Grundlegendes ändern.

    Gewalt zu stoppen ist nicht nur eine Aufgabe, sondern eine Verpflichtung

    Eine Änderung bzw. ein deutlicher Klimawandel – so wie es die Istanbul-Konvention von Österreich fordert – kann nur ernsthaft geschehen, wenn sich das staatliche Management ändert. Diese Änderung muss von „oben“, von der Regierung, von der Spitze der Gesellschaft kommen und angeordnet werden. Sie hat nicht nur die Aufgabe, sondern die Pflicht Gewalt zu stoppen. Sie alle müssen Verantwortung übernehmen: Die Regierung, der Bundespräsident, der Bundeskanzler, der Vizekanzler, jede*r Minister*in, jede*r Nationalratsabgeordnete*, alle Landeshauptleute, jede*r Bürgermeister*in, jede*r Politiker*in, jede*r, Polizeibeamt*in, jede*r Jurist*in, jede*r Richter*in, jede*r Gutachter*in, jede*r Sozialarbeiter*in der KJH, JEDE*R ist verpflichtet, Gewalt und Hass an Frauen gleich im Ansatz zu stoppen. Alle müssen zur grundlegenden Änderung in der Gesellschaft beitragen. Das gilt auch für jede*n Vorgesetzte*n eines Unternehmens, eines Betriebes, eines Vereins, Medienunternehmens etc., sie alle haben die Pflicht Gewalt zu stoppen und zu verhindern, Opfer zu schützen und Gewaltausübende so rasch wie möglich in die Verantwortung zu nehmen.

    Erkennen der Gewalt kann Gewalt und Hass stoppen

    Gewalt muss klar definiert werden. Alle sollen wissen, was Gewalt ist, wo sie beginnt, welche Dynamiken dahinterstecken und welche Täterstrategien es gibt. Alle sollen wissen, wie gut und eindrucksvoll Gewalttäter manipulieren, beeinflussen und von ihren Gewalttaten ablenken können. Wenn alle oben genannten hier eine klare Haltung einnehmen und klar und deutlich danach handeln, kann Gewalt generell und Gewalt an Frauen und Kindern gestoppt werden. All jene, die noch nicht wissen, was Gewalt und Hass bedeutet, was und wieviel Leid und Schmerzen Hass und Gewalt anrichten und verursachen und was das für Betroffene bedeutet, müssen es lernen. Es braucht daher verpflichtende Schulungen für all jene, die nicht bereit sind, Gewalt zu erkennen und zu stoppen. Auch Medienleute können sich schulen lassen: Jede*r Journalist*in kann an Seminaren, die der Verein AÖF ab Herbst wieder anbietet, teilnehmen.

    Alle können Verantwortung übernehmen und Zivilcourage gegen Gewalt an Frauen und Kindern zeigen

    Nicht nur die staatlichen Behörden, sondern alle in der Zivilgesellschaft können an diesem grundlegenden Klimawandel mitwirken: Jeder Mensch, jede*r Bürger*in, jede*r Nachbar*in, jede*r Vertreter*in einer Organisation oder eines Betriebes kann Gewalt unterbrechen und Gewalt stoppen. Niemand braucht mehr eine Ausrede. Alle – auch Männer – können sich bei StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt engagieren, aktiv mitwirken und Methoden der Zivilcourage gegen Partnergewalt und Gewalt an Frauen und Kindern lernen. Positive Vorbilder und vor allem positive Männerbilder braucht unser Land, davon profitieren vor allem Kinder und Jugendliche. „Was sagen. Was tun.“ lautet das Motto von StoP. Alle können und müssen ein positives Vorbild gegen Hass und Gewalt werden. StoP-Methoden der Zivilcourage gegen Partnergewalt finden Sie unter diesem Link: StoP-Leitfaden. Mehr Informationen über StoP unter: stop-partnergewalt.at

    Finanzielle Investition in die Sicherheit von Frauen und Kindern ist ebenso Pflicht

    Gewalt an Frauen und Kindern und Partnergewalt ist sehr teuer, sie kostet dem Staat jährlich mindestens 4 Milliarden Euro an Ausgaben. Daher muss vor allem in die Gewaltprävention und in die Sicherheit der Betroffenen investiert werden. Frauenorganisationen, Frauenhäuser, der Verein AÖF, die Frauenhelpline, alle Frauen- und Mädchenberatungsstellen und Opferschutzeinrichtungen benötigen mindestens 228 Millionen Euro jährlich und 3000 zusätzliche Vollzeitarbeitsstellen, aber auch leistbare Wohnungen auf Dauer, um nicht nur „Feuerlöscherinnen“ für Betroffene zu sein, sondern Betroffene ausreichend lange begleiten zu können, vor Behörden zu vertreten und zu stärken, bis jede Frau und jedes Kind ein sicheres und gewaltfreies Leben führen kann.

     

    Kontakt:
    AÖF - Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
    Mag.a Maria Rösslhumer
    Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
    Tel.: 0664 793 07 89
    www.aoef.at

     

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