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    PA 19.02.2020: Ein Skandal! Frauenhäuser Salzburg und Hallein werden zerstört statt unterstützt! Wir fordern die sofortige Zurückziehung der Ausschreibung der Frauenhäuser!

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    Pressemitteilung

    Ein Skandal! Frauenhäuser Salzburg und Hallein werden zerstört statt unterstützt! Wir fordern die sofortige Zurückziehung der Ausschreibung der Frauenhäuser!

    Wien, 19.02.2020. Der Verein AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser ist schockiert, entsetzt und empört über die Ausschreibung der Frauenhäuser Salzburg und Hallein! Wie heute bekannt wurde, hat die zuständige Salzburger Landesrätin Andrea Klambauer von den NEOS angekündigt, in den nächsten zwei bis drei Wochen die beiden Frauenhäuser für das Jahr 2021 ausschreiben zu lassen. Die Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser Salzburg und Hallein wurden völlig unvorbereitet damit konfrontiert.

    Das kommt einer Zerschlagung und quasi einer Schließung der Häuser gleich! Durch den de facto „Rausschmiss“ der Frauenhausmitarbeiterinnen werden über 30 Jahre aufgebaute Frauenhausarbeit und die Betreuung der betroffenen Frauen nach internationalen Qualitätsstandards ignoriert und zerstört. Anstatt die erfahrenen und gut arbeitenden Mitarbeiterinnen zu unterstützen, werden die Frauenhäuser zerschlagen!

    Frauenhäuser sind lebensrettende Einrichtungen – besonders dann, wenn wie aktuell fast jede Woche eine Frau durch ihren (Ex-)Partner ermordet wird. Die Ausschreibung seitens Landesrätin Klambauer stellt den Fortbestand der Häuser in Frage und somit auch die Sicherheit von gewaltbetroffenen Frauen und Kindern!

    Die Landesrätin ignoriert die Grundprinzipien der Frauenhäuser sowie das Expertinnenwissen der Mitarbeiterinnen und Datenschutzbestimmungen werden nicht eingehalten. Zu einer überbordenden Bürokratie kommen Misstrauen, Kontrollverhalten und die Androhung von Sanktionen gegenüber Frauenhausmitarbeiterinnen. Es gibt sogar Fälle, wo Gewalttäter (!) über die Landesregierung Druck ausüben und dieser Druck wird an die Frauenhäuser weitergegeben, indem sie gezwungen werden, Dokumente von Frauen zu übermitteln.

    Das alles ist Schikane! So ein Vorgehen ist Gewalt! Anstatt Druckausübung und unsichere Situationen zu schaffen, brauchen die Frauenhäuser die bestmöglichste Unterstützung, um Frauen und Kinder zu schützen. Dazu gehört die dringende substanzielle Aufstockung der Mittel sowie eine langfristig gesicherte Finanzierung. Betroffene Frauen und Kinder haben das Recht auf Schutz und Unterstützung, wie es die Istanbul-Konvention, die Österreich im Jahr 2013 ratifiziert hat, vorsieht1.

    Wir fordern daher Landesrätin Klambauer und die Salzburger Landesregierung dringend auf, diese Ausschreibung zurückzuziehen! Wettbewerbsgedanken und Selbstprofilierung einzelner PolitikerInnen sind hier fehl am Platz – es geht um Leib und Leben von Menschen!

     

    Kontakt:
    Mag.a Maria Rösslhumer
    AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
    Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
    Tel.: 0664 793 07 89
    www.aoef.at

     

    1siehe https://www.aoef.at/index.php/istanbulkonvention

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