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    Femizide in Österreich

     

    Was bedeutet Femizid? 

    Der Begriff Femizid bezeichnet die Tötung von Frauen und Mädchen, aufgrund ihres Geschlechts. 
    Er macht sichtbar, dass viele Tötungsdelikte an Frauen nicht zufällig geschehen, sondern Ausdruck struktureller Ungleichheit, patriarchaler Machtverhältnisse und geschlechtsspezifischer Gewalt sind. 
    Femizide gehören daher zu den Hassverbrechen.

     

    • Entstehung des Begriffs

      Geprägt wurde der Begriff in den 1970er Jahren von der feministischen Soziologin Diana E. H. Russell. Sie stellte fest, dass Gewalt gegen Frauen in der öffentlichen Wahrnehmung und in juristischen Systemen oft verharmlost oder entpolitisiert wird. Mit dem Wort „Femicide“ wollte sie deutlich machen, dass die Tötung von Frauen häufig das Ergebnis von Misogynie, sozialer Kontrolle und unterdrückenden gesellschaftlichen Strukturen ist – und nicht bloß ein „Familiendrama“ oder „Beziehungsdelikt“.

    • Definitionen im Überblick
      • Diana Russell definierte Femizid als
        „die Tötung von Frauen und Mädchen durch Männer, weil sie weiblich sind.“
        Wichtig ist hier das Motiv: Femizide entstehen, wenn Frauen aufgrund ihres Geschlechts kontrolliert, bestraft, entmenschlicht oder als Besitz betrachtet werden.
      • Die UN verwenden den Begriff etwas breiter und beschreibt Femizid als
        „die geschlechtsbezogene Tötung von Frauen und Mädchen“
        und ordnet ihn als besonders extreme Form geschlechtsspezifischer Gewalt ein.
        Die UN betont strukturelle Ursachen wie Diskriminierung, patriarchale Normen und gesellschaftliche Machtungleichheiten.

      • Die WHO definiert Femizid als
        „die vorsätzliche Tötung von Frauen, insbesondere durch einen (Ex-)Partner oder Familienangehörigen, als Folge geschlechtsspezifischer Gewalt.“
        Im Fokus steht hier vor allem der Kontext häuslicher und partnerschaftlicher Gewalt. Die WHO hebt hervor, dass die Mehrheit aller tödlichen Gewalttaten gegen Frauen weltweit im sozialen Nahraum stattfindet – häufig nach einem Muster langfristiger Kontrolle, Bedrohung und Misshandlung.

      • Das Europäischen Instituts für Gendergleichheit (EIGE) definiert Femizid als
        „eine von privaten und öffentlichen Akteuren begangene oder tolerierte Tötung von Frauen und Mädchen wegen ihres Geschlechts."
        Der Begriff umfasst dabei unter anderem den Mord an einer Frau in Folge von partnerschaftlicher Gewalt, die Folter und frauenfeindliches Umbringen von Frauen, das Töten von Frauen und Mädchen im Namen der „Ehre“ und durch andere schädliche Praktiken oder das gezielte Töten von Frauen und Mädchen in bewaffneten Konflikten.

      • Feminizid: Der Begriff, u. a. durch die mexikanische Anthropologin Marcela Lagarde geprägt, bezeichnet Femizide, die durch staatliches Versagen, Gleichgültigkeit oder Straflosigkeit begünstigt oder ermöglicht werden. Feminizid macht deutlich, dass nicht nur individuelle Täter, sondern auch staatliche Strukturen Verantwortung tragen, wenn Gewalt gegen Frauen ungestraft bleibt.
    • Warum diese Begriffe wichtig sind

      „Femizid“ und „Feminizid“ machen sichtbar, dass die Tötung von Frauen kein privates oder zufälliges Ereignis ist, sondern ein strukturelles, gesellschaftliches und teilweise staatlich begünstigtes Problem.
      Das Benennen von Femiziden ist ein zentraler Schritt, um geschlechtsspezifische Gewalt sichtbar zu machen und ihre Ursachen gezielt zu bekämpfen.

      In Österreich gibt es keinen eigenständigen Straftatbestand "Femizid". 
      Tötungen von Frauen werden unter den allgemeinen Tatbeständen des Mordes (§ 75 StGB) und Totschlags erfasst. In der österreichischen Kriminalstatistik (PKS) werden aber Daten wie Geschlecht, Alter und Beziehung zu Opfer und Täter erhoben.

     

    Zählung Femizide 2026

    Die folgende Zählung soll einen aktuellen Überblick über die mutmaßlichen Femizide in Österreich geben. 
    Die Zählung orientiert sich dabei an den angeführten Definitionen, basiert aber nur auf einer Medienberichterstattung, da wir als zivilgesellschaftliche Organisation keine laufende Einsicht in die polizeiliche Kriminalstatistik haben.

    Stand 17.04.2026: 7 Femizide

    Datum

    Ort

    Beziehung
    Opfer/Täter

    Alter
    Opfer/Täter

    direkt
    betroffene Kinder

    Medienlink

    05.01.2026

    Bz. Mistelbach -
    Niederösterreich

    Lebensgefährte

    36 / 47

    -

    Standard
    NÖN

    09.01.2026

    Bz. Leibnitz -
    Steiermark

    Ex-Freund

    34 / 30

     -  Standard 
    18.02.2026

    Bz. Braunau -
    Oberösterreich

    Ehemann

    beide ca. 60

    - Standard
    11.03.2026

    Bz. Oberwart -
    Burgenland

    Ehemann

    82 / 87

    - ORF
    15.03.2026

    Innsbruck -
    Tirol

    Ehemann

    37 / 31

    -

    Polizei, Standard

    05.04.2026

    Bezirk Baden -
    Niederösterreich

    Ehemann

    38 / 47

    -

    Standard, ORF

    16.04.2026

    Bezirk Tulln - 
    Niederösterreich

    Ehemann

    beide über 80

    -

    Standard

     

    Zählungen der vergangenen Jahre

    Mutmaßliche Femizide 2025

    Mutmaßliche Femizide 2024 

    Mutmaßliche Femizide 2023 

    Mutmaßliche Femizide 2022 

    Mutmaßliche Femizide 2021 

    Mutmaßliche Femizide 2020 

    Mutmaßliche Femizide 2019 

     

     

    Femizide & schwere Gewalt

    Stand: 17.04.2026  Weitere Infos

    • 7

      Femizide

    • 27

      Schwere Gewalt

      News:

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