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    PA 05.08.2014 Nachruf - Frauenhäuser trauern um Barbara Prammer

    Politikerin aus tiefster feministischer Überzeugung – ein Leben lang

    „Bis zuletzt haben wir gehofft, dass Barbara Prammer die schreckliche Krebserkrankung überleben wird und weiter in unsere Mitte sein kann“, so Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins AÖF. Aber am Samstag, den 2. August hat sie ihren bewundernswerten Kampf gegen die schwere Krankheit verloren und ist verstorben. Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser, AÖF und die assoziierten Frauenhäuser sind zutiefst betroffen und erschüttert über ihren Tod.
    „Mit dem Tod von Barbara  Prammer haben wir eine langjährige und treue Wegbegleiterin und unermüdliche Kämpferin im Ringen gegen Gewalt an Frauen und Kindern verloren“, bedauert Birgit Thaler-Haag, Obfrau des Vereins AÖF und Leiterin des Salzburger Frauenhauses.

    Ihre große Wertschätzung für die Frauenhäuser und die Arbeit des Vereins AÖF hat sie vor noch nicht langer Zeit öffentlich zum Ausdruck gebracht, als Festrednerin am 24. November 2013 anlässlich der Feier 35 Jahre Frauenhäuser, 25 Jahre Verein AÖF und 15 Jahre Frauenhelpline 0800 / 222 555. Ihre Laudatio und ihre berührenden Worte werden wir niemals vergessen.

    Barbara Prammer war eine bemerkenswerte Frau mit einer großen politischen Karriere. Der Politik und ihrer politischen Partei hat sie beinahe ihr ganzes Leben gewidmet und dank ihres politischen Geschicks und ihres unermüdlichen Wirkens hat sie es als einzige und erste Frau in Österreich geschafft, das zweithöchste politische Amt im Staat zu erreichen. Als Nationalratspräsidentin hat sie ihr politisches Können über viele Jahre hinweg und trotz vieler Schwierigkeiten zeigen und unter Beweis stellen können.
    Aber – und dafür danken wir ihr ganz besonders -  ihre gesamte politische Laufbahn war geprägt von einem unermüdlichen frauenpolitischen Engagement mit feministischer Überzeugung.  
    Schon als junge Politikerin und lange vor ihrem Amt als Frauenministerin hat sie sich stets für ein Ende der Gewalt an Frauen und Kindern eingesetzt und so war sie lange Jahre Vorsitzende des Linzer Frauenhauses in Oberösterreich (1999 bis 2005). Ein paar Jahre danach war sie es, die für eine gesetzliche Verankerung und somit für eine finanzielle Absicherung der Frauenhäuser in Oberösterreich gesorgt hat. Ein Finanzierungsmodell, das damals einzigartig war und noch immer als Vorbild in der Frauenhausbewegung gilt.
    Sie hat viele wichtige frauenpolitische Akzente gesetzt und sie hat vor allem die Arbeit von Johanna Dohnal unbeirrt weiter vorangetrieben. Als Frauenministerin war ihr auch die Implementierung des österreichischen Gewaltschutzgesetzes und die Errichtung von Interventionsstellen und Gewaltschutzzentren ein großes Anliegen.
    Sie war es auch, die 1998 die österreichweite Frauenhelpline gegen Gewalt mit der kostenlosen Nummer 0800 / 222 555 ins Leben gerufen und einige Monate später im Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser etabliert hatte.

    Barbara Prammer bleibt eine unserer wichtigsten frauenpolitischen Vorbilder und wir werden sie als großartige und starke Frau, überzeugte Demokratin, Parlamentarierin und feministische Politikerin in unserer Erinnerung behalten.

     

    Rückfragehinweis:
    Mag.a Maria Rösslhumer, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., 0664 / 79 307 89
    Mag.a Birgit Thaler-Haag, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., 0664 / 48 605 47

    Femizide & schwere Gewalt

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