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    Ausstellung und Vernissage: Sie war(en) da am 26. August 2026 um 18 Uhr



    Jede Frau*, die durch einen Femizid aus dem Leben gerissen wurde, hinterlässt Spuren – leise, flüchtig, oft überhört. Julia Bugram gibt diesen Erinnerungen einen Raum. Wir laden herzlich zur Vernissage gemeinsam mit der Künstlerin am 26.08.2026 um 18 Uhr. Die Eröffnung findet in Kooperation mit dem Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser statt. 

    Sie war(en) da
    Wo: FRAU* schafft Raum, Nussdorfer Straße 4, 1090 Wien 
    Wann: 27.08. bis 29.12.2026 täglich 08.00 – 20.00 Uhr
    Eröffnung mit der Künstlerin und den Autonomen Österreichischen Frauenhäusern: 26.08.2026 um 18 Uhr

    Eine partizipative Audioinstallation mit visueller Erinnerungscollage

    Jede Frau*, die durch einen Femizid aus dem Leben gerissen wurde, hinterlässt Spuren – flüchtig, leise, verstreut. Wir sind schockiert über die Ereignisse, aber in der Öffentlichkeit bleiben die betroffenen Stimmen oft ungehört. „Sie war(en) da“ ist eine begehbare Audioinstallation, die versucht, diesen Stimmen Raum und Resonanz zu geben. Das folgende Konzept setzt sich aus drei Ebenen zusammen. Einer Audioinstallation, einer Möglichkeit zur Partizipation, sowie gezeichneten Erinnerungen.

    Das Ausstellungsprogramm wird juriert und es gibt je Aufruf 3 Ausstellungsprojekte, die eine Zusage zur Projektumsetzung erhalten. Die Jury des 3.Open Call setzte sich zusammen aus Julia Hartmann (Kuratorin), Stefanie Huhndorf (Menschenrechtsbüro der Stadt Wien), Heidemarie Kargl (Frauenservice der Stadt Wien), Ana Halina Ringleb (Künstlerin) und Nina Schedlmayer (Kunstjournalistin). Den Jurorinnen wurden alle Einreichungen anonymisiert präsentiert - auf dieser Basis wurde die Projektvergabe erteilt.

    Flüstern gegen das Vergessen (Audioinstallation)
    Im Innenraum des Kunstraums sind mehrere kleine Lautsprecher angebracht. Sie geben Stimmen wieder von Menschen, die Opfer (wie Nadine W.) kannten – Erinnerungen, Sätze, Geräusche, die mit dem Leben von Frauen, die Opfer eines Femizids wurden und seither nicht mehr in unserer Mitte sein können, verbunden sind. Beispiele: „Sie hat beim Kaffee am Morgen immer gerne Zeitung gelesen.“ „Ich erinnere mich daran, wie gerne sie gelacht hat.“ „Sie war so hilfsbereit.“
    Durch die Stimmen entsteht ein mehrschichtiges, atmosphärisches Flüstern, das den Raum trägt, ohne je laut zu sein. Besucher*innen sind eingeladen zuzuhören.

    Partizipation via WhatsApp
    Besucher*innen werden eingeladen persönliche Erinnerungen an Opfer per Sprachnachricht, Textbeitrag, oder eigener Zeichnung (via WhatsApp & Signal +43 677 627 412 21) zu teilen. „Kanntest du sie? Oder eine wie sie? Möchtest du deine Erinnerung teilen?“ steht über einem QR-Code, der zur Teilnahme einlädt.
    Die eingehenden Nachrichten werden gesammelt, bearbeitet und anonymisiert (um Identitäten zu schützen) und in die Installation integriert. So wächst das Erinnerungsbild im Zuge der Ausstellungsdauer. Die Stimmen werden lebendiger und vielschichtiger - durch echte Stimmen, im Hier und Jetzt. Gelebte Erinnerungskultur.
    Die Installation wird 1x monatlich um neue Erinnerungen ergänzt.

    Visuelle Spurensicherung
    Gezeigt wird eine Collage aus gezeichneten Erinnerungen in div. Formaten, die im Raum hängen (von der Decke abgehängt). Eine vielschichtige Dokumentation - basierend auf Gesprächen, Nachrichten und Geschichten entstehen reduzierte Zeichnungen (zB. Bleistift und Fineliner) mit tagebuchartigem Charakter. Sie machen sichtbar, was kaum in Worten zu fassen ist und zeigen Fragmente eines zerrissenen Lebens.
    „Sie war(en) da“ versteht sich nicht als Anklage oder Heldinnenverklärung. Es ist ein leiser Gegenentwurf zum Vergessen. Ein kollektives Denkmal aus Stimmen, Erinnerungen und Bildern. Ein Raum, in dem man bleibt, weil man hinhören will. Sie werden nicht auf das Opfer sein reduziert– sondern wir halten das gelebte Leben in Ehren.

    JULIA BUGRAM (*1988) ist eine interdisziplinär arbeitende Künstlerin, die sich intensiv mit gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzt. Sie engagiert sich in verschiedenen Vereinen, u.a. als Vorstandsmitglied von IntAkt.

    Femizide & schwere Gewalt

    Stand: 04.09.2026  Weitere Infos

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