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      Pressemitteilung
      Justiz enttäuscht die Hoffnung gewaltbetroffener Kinder auf Gerechtigkeit

      Der Verein AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser und Kriminologin Katharina Beclin kritisieren die unzureichende strafrechtliche Aufarbeitung des Falles Dr. L. in Graz scharf.

      Wien, 13.05.2020. Der AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser setzt sich stets für Frauen- und Kinderrechte ein und unterstützt gewaltbetroffene Frauen und Kinder auch bei der prozessualen Durchsetzung ihrer Rechte.

      „Kinder sind uns ein ganz besonderes Anliegen, sie sind oft die Schwächsten und Hilflosesten bei häuslicher Gewalt. Daher sind wir vollkommen fassungslos, dass seitens der Justiz viele Aspekte des jahrelangen Quälens und Misshandelns der vier Kinder durch ihren prominenten Vater ausblendet wurden und dieses Urteil nun von der Staatsanwaltschaft nicht einmal im vollen Umfang bekämpft wird“, so Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins AÖF. „Dieses Urteil kann – zumindest von prominenten Tätern – als Freibrief für das Quälen von Kindern missverstanden werden und generell das Vertrauen von Opfern häuslicher Gewalt in die Justiz erschüttern“ so Rösslhumer weiter.

      Die mittlerweile erwachsenen Kinder des prominenten Arztes in der Steiermark haben vor sechs Jahren (Dezember 2014) den Mut gehabt, ihren Vater wegen jahrelanger Misshandlungen, Psychoterror und Förderung von Medikamentenabhängigkeit anzuzeigen. Ein couragierter Schritt, den Kinder nur selten wagen, meist nur dann, wenn die Gewalt unerträglich oder lebensbedrohend wird.

      Staatsanwalt akzeptierte nun doch weitgehend das befremdliche Urteil
      Nachdem das Urteil im zweiten Rechtsgang ungewöhnlich mild ausgefallen war, konzentrierte sich die Hoffnung der Kinder erneut auf das Rechtsmittelverfahren. Vergangene Woche wurde nun aber bekannt, dass der zuständige Staatsanwalt entgegen seiner Ankündigung nicht die Freisprüche zu diversen Fakten bekämpft, sondern sich auf eine Strafberufung beschränkt, deren „Chance“ auf Erfolg dadurch aber deutlich geschmälert wird.

      Dies kritisiert die Kriminologin Katharina Beclin insbesondere auch im Hinblick auf die eigenartige Vorgeschichte dieses Verfahrens: "In einer so heiklen Causa, mit einem prominenten Angeklagten mit engen Beziehungen zu einer Regierungspartei, wäre es sinnvoll, ja meines Erachtens sogar geboten gewesen, dieses Urteil auch im Hinblick auf die teilweise nicht nachvollziehbaren „Teil-Freisprüche“ anzufechten und so mög-lichst umfassend durch die Instanz überprüfen zu lassen. Zumal dieses Urteil den vorläufigen Ab-schluss eines in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich problembelasteten Verfahrens darstellt.“

      Schon im Vorverfahren soll es laut Psychiater Manfred Walzl, der den Angeklagten begutachten hätte sollen, "zu einer ganzen Reihe von Interventionsversuchen durch Kollegen, aber auch Politiker gekommen" sein (siehe den Bericht im Spiegel vom 30.06.2017 von Hasnain Kazim1 ).

      Das Urteil im ersten Rechtsgang war höchst "eigenwillig" begründet, sodass von einigen Expert*innen der Verdacht der Voreingenommenheit des Richters in den Raum gestellt wurde und auch die Präsidentin der Richtervereinigung, Sabine Matejka, deutliche Kritik äußerte2. Dem Antrag der Opfer, die Verfahrenswiederholung in einem anderen Gerichtssprengel durchzuführen, wurde nicht entsprochen.

      Das Urteil im zweiten Rechtsgang fiel – wohl auch als Folge des in vielerlei Hinsicht schwer nachvollziehbaren Teil-Freispruches hinsichtlich einzelner Fakten – so außergewöhnlich milde aus, dass es Anlass zu einer parlamentarischen Anfrage gab3. Die Opfer beklagten in einer Presseaussendung, wie "günstig" Kinderquälen in der Steiermark sei: "4 Kinder 20 Jahre gequält macht 1000 EUR für jedes verpatze Leben und 4 EUR Strafe pro Tag".4

      Zudem sahen sie sich gezwungen, einen umfassenden Antrag auf Berichtigung des Protokolls der Hauptverhandlung zu stellen, das erst zeitgleich mit dem Urteil zugestellt worden war, da darin viele Passagen ihrer Überzeugung nach unvollständig oder unrichtig wiedergegeben werden, und zwar in aller Regel zum Vorteil des Angeklagten.
      „Angesichts all dieser Umstände müsste meines Erachtens gerade auch die Staatsanwaltschaft großes Interesse an einer möglichst umfassenden Kontrolle dieses Urteils haben", so Katharina Beclin abschließend.

      Kontakte:
      Mag.a Maria Rösslhumer
      AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
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      Tel.: 0664 793 07 89
      www.aoef.at

      Ass.-Prof.in Mag.a Dr.in Katharina Beclin
      Institut für Strafrecht und Kriminologie der Universität Wien
      Abteilung für Kriminologie
      Tel.: 0043 1 4277 34624
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      1 https://www.spiegel.de/panorama/justiz/oesterreich-ein-landarzt-soll-jahrelang-seine-kinder-gequaelt-haben-a-1154497.html
      2 https://kurier.at/chronik/oesterreich/steirischer-arzt-urteilsbegruendung-verstoss-gegen-ethikerklaerung/299.567.699
      3 https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVI/J/J_03862/imfname_759769.pdf
      4 https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190712_OTS0013/urteil-gegen-dr-l-so-guenstig-ist-kinderquaelen-in-der-steiermark

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      Presseinformation

      Dringender Appell an die Bundesregierung, insbesondere an Frau Bundesministerin Susanne Raab und Herrn Gesundheitsminister Rudi Anschober: Frauen* dürfen in Krisenzeiten und bei sexueller Gewalt nicht im Stich gelassen werden.

      Verein AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser und Expert*innen fordern einen kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln und Schwangerschaftsabbrüchen in Zeiten von Corona!

      Wien, 24.04.2020. Der Zugang zu Verhütungsmittel ist für viele Frauen* und Mädchen* generell schwer, vor allem viel zu teuer. Erst recht jetzt während der Corona-Krise, wo viele Frauen* und Mädchen* mit existenziellen und finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben und womöglich von häuslicher Gewalt bedroht und betroffen sind. Gerade jetzt, wo sie mit ihren Peinigern „eingesperrt“ sind, aufgrund der sozialen Kontrolle nicht einmal ungestört telefonieren können und womöglich von ihren gewalttätigen Partnern am Gang zur Apotheke oder am Zugang zum Computer und damit zu Terminvereinbarungen mit der Ärzt*in oder zu Online-Apotheken gehindert werden.

      Häusliche Gewalt umfasst viele Formen, auch sexuelle Gewalt und Vergewaltigung. Die Gefahr, vermehrt sexuellen Übergriffen ausgesetzt zu sein, ist derzeit noch viel größer als sonst, was das Risiko für ungewollte Schwangerschaften erhöht. Ungewollte Schwangerschaften bringen Frauen* und Mädchen* in besonders große Schwierigkeiten, in ungewollte Abhängigkeiten, in psychische und finanzielle Ausweglosigkeiten.

      Schwangerschaftsabbrüche sind für viele Frauen* der letzte Ausweg und sind insbesondere in der jetzigen Krise für viele unerschwinglich, weil Österreich das einzige Land in West-Europa ist, in dem Frauen dies selbst bezahlen müssen. Schwangerschaftsabbrüche sind deshalb nicht nur teuer, für viele Frauen* und Mädchen* insbesondere in ländlichen Regionen stellt der lange Weg zu Ärzt*innen oder in eine Abtreibungsklinik eine große und teilweise unüberwindbare Herausforderung dar.

      Herr DDr. Christian Fiala, Gynäkologe und Leiter des Gynmed-Ambulatoriums für Familienplanung, das auch Schwangerschaftsabbrüche durchführt, fordert generell und insbesondere in Corona-Zeiten für alle Bundesländer einen ungehinderten Zugang zu Verhütung und Schwangerschaftsabbrüchen – ganz besonders für Frauen auf dem Land: „Die Probleme sind vielschichtig, es geht um fehlende Kostenübernahme und eine fehlende wohnortnahe Versorgung, diese Probleme haben sich durch die Corona-Krise verstärkt. Frauen dürfen in Krisenzeiten nicht den Preis bezahlen. Die Regierung hat in kürzester Zeit ein unglaubliches Ausmaß an Geldern lockergemacht, aber auf Frauen wird wieder vergessen, sie gehen in der Reproduktion und beim Gewaltschutz und in vielen Bereichen unter. Es braucht dringend Geld für kostenlose Verhütungsmittel und für einen kostenlosen Schwangerschaftsabbruch“.

      Die Möglichkeit des Schwangerschaftsabbruchs in allen öffentlichen Spitälern und allen Bundesländern flächendeckend durchführen zu können und den kostenfreien Zugang zu Verhütungsmitteln zu ermöglichen fordert auch der Österreichische Frauenring seit Jahren.
      „Frauen*, die sich gerade jetzt in einer persönlichen Notsituation befinden, können nicht warten, da ihnen die Zeit davonläuft und sie vor ein großes seelisches und körperliches Problem gestellt werden. In Zeiten der Corona-Krise darf es nicht passieren, dass sie in ihrer Notsituation allein gelassen werden und keine Möglichkeit haben, Zugang zu fachärztlicher Behandlung zu finden. Frauen* sind keine Menschen 2. Klasse und haben ebenso ein Recht darauf. Hier erwarte ich mir sowohl von Frauenministerin Raab und Gesundheitsminister Anschober eine klare, feministische, verbindliche Zusage zugunsten der betroffenen Frauen*“, so Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

      Dr.in Barbara Maier, Vorständin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe des Wilhelminenspitals des KAV und Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF) fordert dies ebenfalls.
      https://www.w24.at/News/2020/4/Schwieriger-Zugang-zum-Schwangerschaftsabbruch (weitere Infos hier: http://changes-for-women.org/ )

      Verhütungsmittel müssen daher unbedingt ohne Ärzt*inbesuch kostenlos und ohne Rezept erhältlich sein. Auch der Zugang und die Kosten von Schwangerschaftsabbrüchen müssen erleichtert und übernommen werden.

      Wir fordern daher generell und insbesondere während der Corona-Krise:

      • Kostenlose und rezeptfreie Verhütungsmittel
      • Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen in allen Krankenhäusern
      • Kostenübernahme von Schwangerschaftsabbrüchen für alle Frauen*
      • Rasche Umsetzung der Senkung des USt-Satzes für Damenhygieneartikel laut Regierungsprogramm von Türkis-Grün
      Frauen* haben ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben!

       

      Kontakt:
      AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
      Mag.a Maria Rösslhumer, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., Tel.: 0664 793 07 89
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      Pressemitteilung

      Opferschutz wird während der Corona-Krise ausgebaut:
      Zusätzlich zur Frauenhelpline 0800 222 555 bietet auch die Onlineberatung HelpChat www.haltdergewalt.at täglich Hilfe an

      Wien, 19.3.2020. Aufgrund der rasanten Ausbreitung des Corona-Virus „Covid-19“ in ganz Österreich und den dazugehörigen notwendigen Quarantänemaßnahmen ist das Risiko hoch, dass die häusliche Gewalt an Frauen und Kindern massiv steigt. Da viele Familien die nächste Zeit vermehrt zu Hause verbringen werden müssen, was Überforderungen, Stress und Eskalationen auslösen kann. Gerade in dieser Situation brauchen Betroffene von häuslicher Gewalt erweiterte Möglichkeiten sich Hilfe und Unterstützung zu holen.

      Ab heute steht die Onlineberatung auf www.haltdergewalt.at täglich von 15:00 bis 22:00 Uhr für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen zur Verfügung. Mehrere Beraterinnen bieten in dieser Zeit Hilfe und Unterstützung während der Corona-Krise an. Hilfesuchende Frauen und Mädchen können sich mit einem selbstgewählten Benutzerinnennamen anmelden und ein Passwort anlegen.

      Der HelpChat www.haltdergewalt.at bietet anonyme und vertrauliche Hilfestellung für Frauen und Mädchen, die in ihrem Lebensumfeld von Gewalt in jeder Form – psychisch, physisch, sexuell – betroffen sind.

      Wir bedanken uns sehr herzlich bei Frauenministerin Susanne Raab für den Ausbau und für die finanzielle Unterstützung für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen in Zeiten wie diesen. Bedanken möchten wir uns auch sehr beim Mobilfunkanbieter Drei, der im Rahmen von Drei Hilft, den HelpChat schon seit Jahren finanziell unterstützt. Ohne die Ausstattung und Unterstützung von Drei Hilft wäre dieser schnelle Ausbau der Onlineberatung nicht möglich. Ein großes Dankeschön im Namen aller betroffenen Frauen und Mädchen!

      Die Beraterinnen des HelpChat www.haltdergewalt.at und der Frauenhelpline sind auch in dieser Ausnahmesituation für Sie da. Loggen Sie sich ein oder rufen Sie an!

      Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 222 555
      österreichweit, rund um die Uhr, kostenlos und mehrsprachig
      www.frauenhelpline.at 

      HelpChat „Halt der Gewalt“
      Onlineberatung, kostenlos, täglich von 15:00 bis 22:00 Uhr
      www.haltdergewalt.at

       

      Danke für die Unterstützung:

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      Pressemitteilung

      Die Frauenhelpline 0800 222 555 hilft auch in Zeiten von Quarantäne

      Wien, 12.3.2020. Das Corona-Virus und die notwendigen Quarantänemaßnahmen zwingen uns für die nächsten Wochen eine veränderte Lebenssituation auf. Viele Familien werden die nächste Zeit vermehrt zu Hause verbringen müssen, was oft Stress auslösen kann. Erfahrungsgemäß sind das auch Zeiten, in denen die familiäre Gewalt steigt! Betroffene von häuslicher Gewalt brauchen aber auch in Zeiten von Quarantäne Hilfe und Unterstützung.

      Auch wenn wir die Quarantänemaßnahmen verstehen und akzeptieren müssen, für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder kann diese Situation gefährlich werden. Beweise, dass wenn Familien vermehrt ihre Zeit zu Hause verbringen, auch die Gewalt zunimmt, gibt es bereits aus China: https://wienerin.at/coronavirus-quarantane-china-steigen-falle-hauslicher-gewalt

      Die Beraterinnen der Frauenhelpline 0800 222 555 sind auch in dieser Ausnahmesituation rund um die Uhr für Sie da. Rufen Sie an!

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      Pressemitteilung

      Ein Skandal! Frauenhäuser Salzburg und Hallein werden zerstört statt unterstützt! Wir fordern die sofortige Zurückziehung der Ausschreibung der Frauenhäuser!

      Wien, 19.02.2020. Der Verein AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser ist schockiert, entsetzt und empört über die Ausschreibung der Frauenhäuser Salzburg und Hallein! Wie heute bekannt wurde, hat die zuständige Salzburger Landesrätin Andrea Klambauer von den NEOS angekündigt, in den nächsten zwei bis drei Wochen die beiden Frauenhäuser für das Jahr 2021 ausschreiben zu lassen. Die Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser Salzburg und Hallein wurden völlig unvorbereitet damit konfrontiert.

      Das kommt einer Zerschlagung und quasi einer Schließung der Häuser gleich! Durch den de facto „Rausschmiss“ der Frauenhausmitarbeiterinnen werden über 30 Jahre aufgebaute Frauenhausarbeit und die Betreuung der betroffenen Frauen nach internationalen Qualitätsstandards ignoriert und zerstört. Anstatt die erfahrenen und gut arbeitenden Mitarbeiterinnen zu unterstützen, werden die Frauenhäuser zerschlagen!

      Frauenhäuser sind lebensrettende Einrichtungen – besonders dann, wenn wie aktuell fast jede Woche eine Frau durch ihren (Ex-)Partner ermordet wird. Die Ausschreibung seitens Landesrätin Klambauer stellt den Fortbestand der Häuser in Frage und somit auch die Sicherheit von gewaltbetroffenen Frauen und Kindern!

      Die Landesrätin ignoriert die Grundprinzipien der Frauenhäuser sowie das Expertinnenwissen der Mitarbeiterinnen und Datenschutzbestimmungen werden nicht eingehalten. Zu einer überbordenden Bürokratie kommen Misstrauen, Kontrollverhalten und die Androhung von Sanktionen gegenüber Frauenhausmitarbeiterinnen. Es gibt sogar Fälle, wo Gewalttäter (!) über die Landesregierung Druck ausüben und dieser Druck wird an die Frauenhäuser weitergegeben, indem sie gezwungen werden, Dokumente von Frauen zu übermitteln.

      Das alles ist Schikane! So ein Vorgehen ist Gewalt! Anstatt Druckausübung und unsichere Situationen zu schaffen, brauchen die Frauenhäuser die bestmöglichste Unterstützung, um Frauen und Kinder zu schützen. Dazu gehört die dringende substanzielle Aufstockung der Mittel sowie eine langfristig gesicherte Finanzierung. Betroffene Frauen und Kinder haben das Recht auf Schutz und Unterstützung, wie es die Istanbul-Konvention, die Österreich im Jahr 2013 ratifiziert hat, vorsieht1.

      Wir fordern daher Landesrätin Klambauer und die Salzburger Landesregierung dringend auf, diese Ausschreibung zurückzuziehen! Wettbewerbsgedanken und Selbstprofilierung einzelner PolitikerInnen sind hier fehl am Platz – es geht um Leib und Leben von Menschen!

       

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      1siehe https://www.aoef.at/index.php/istanbulkonvention

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      Pressemitteilung

      Bereits der 4. Frauenmord 2020! Dringender Appell an die Regierung, Frauen und Kinder vor Gewalt zu schützen

      Wien, 06.02.2020. Wie 2019 geendet hat, so geht es leider auch im Jahr 2020 weiter – gestern ist eine 33-jährige Frau, die von einem Mann vor 2 Tagen in Graz auf offener Straße mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt wurde, im Krankenhaus gestorben. Sie ist damit schon die 4. Frau, die in diesem Jahr von einem Mann ermordet wurde.

      Während in diesem Frauenmord das Opfer den Täter angeblich nicht gekannt hatte, war in den 3 weiteren Fällen der Partner oder ein Bekannter der Frau der (mutmaßliche) Täter. Im Jänner hat in Ybbs an der Donau ein Mann seine Ehefrau und Mutter zweier Kinder getötet und in Wien Floridsdorf wurde eine 28-jährige Frau in einem Wohnhaus tot aufgefunden – sie wurde (vermutlich) von einem Bekannten erwürgt. Anfang Februar hat in der Obersteiermark ein Mann seine Ehefrau und Mutter eines dreijährigen Kindes erstochen. Außerdem verübte ein Mann in Wien schwere Gewalt an seiner 81-jährigen Mutter, in Villach hat ein Mann seine schwangere Lebensgefährtin geschlagen und mit dem Umbringen bedroht und in Wien Meidling hat ein Mann versucht, seine Lebensgefährtin umzubringen.

      Schwere Gewalt und Frauenmorde in Österreich werden von Tag zu Tag unerträglicher!
      Es geht um Leib und Leben von Menschen!

      Daher fordern wir die Regierung einmal mehr auf endlich zu handeln und viel mehr Budget für effektive Maßnahmen für Schutz und Sicherheit von Frauen und ihren Kindern aufzustellen.
      Jede Frau muss wissen wohin sie sich bei Gewalt wenden kann und alle Frauen- und Opferschutzorganisationen, die diese Arbeit leisten, benötigen dringend substanzielle finanzielle Aufstockung der Mittel sowie eine langfristig gesicherte Finanzierung.
      Es braucht dauerhafte und flächendeckende Bewusstseinskampagnen, besonders um die Nummer der Frauenhelpline 0800 222 555 in der breiten Bevölkerung bekannter zu machen.

      Bewusstseinsbildung, wirksame und sinnvolle Gewaltpräventionsmaßnahmen und ein echter Schutz vor häuslicher Gewalt kosten Geld! Ein Budget von mindestens 210 Millionen Euro pro Jahr!

      Österreich hat 2013 die Istanbul-Konvention ratifiziert. Wir erwarten daher die tatsächliche Umsetzung der in der Konvention angeführten opferschutzorientierten Maßnahmen. Dazu gehört auch, dass bei Gewalttaten das vorgesehene maximale Strafausmaß auch wirklich angewendet wird und gefährliche Täter in U-Haft genommen werden.

       

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        Schwarze Fahne 16 01 2020 klein              Logo Frauenhelpline 400x310                                 AOEF Logo klein

       

      Pressemitteilung

      Erster Mord an einer Frau 2020 – erneut hisst der AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser die Schwarze Fahne – wie lange müssen wir noch auf wirksame Maßnahmen warten?!

      Wien, 16.1.2020. Heute soll ein Mann in Ybbs an der Donau seine Ehefrau mit mehreren Messerstichen getötet haben. Die beiden Kinder, 18 und 16 Jahre alt, mussten den Mord an ihrer Mutter mitansehen und eines der Kinder hatte auch die Polizei verständigt. Wenige Tage zuvor gab es bereits einen Mordversuch eines Mannes an seiner Lebensgefährtin in Wien/Meidling – sie überlebte schwer verletzt.

      Der Verein AÖF ist erschüttert, dass die Serie an Frauenmorden nach den 41 Morden im Jahr 2018 und 34 im Vorjahr fast nahtlos weitergeht. Erneut wurden Kinder ZeugInnen der schrecklichen Tat und mussten selbst Hilfe holen. Erneut passierte eine Tat in Niederösterreich – ein Bundesland, wo in der jüngsten Vergangenheit besonders viele Morde an Frauen verübt wurden.

      Einmal mehr appellieren wir eindringlich an die aktuelle Regierung, dass es mehr als an der Zeit ist, in effektive Maßnahmen für Schutz und Sicherheit von Frauen und deren Kindern zu investieren.

      Lange Jahre hatte Österreich im internationalen Vergleich Vorbildcharakter im Gewalt- und Opferschutzbereich – die vorhandenen Gesetze sind gut. Doch anstatt das maximale Strafausmaß auch anzuwenden und gefährliche Täter in U-Haft zu nehmen, herrscht Ablenkungspolitik, Populismus, Fremdenfeindlichkeit und Täterschutz. Dies trägt kein bisschen dazu bei, dass die Situation für betroffene Frauen und Kinder verbessert wird – im Gegenteil.

      Anstatt fragwürdige, für den Opferschutz problematische und nicht gut durchdachte Gesetzesnovellierungen zu verabschieden, erwarten wir uns die tatsächliche Umsetzung von opferschutzorientierten Maßnahmen, effektive Prävention und eine signifikante Erhöhung des Budgets des Frauenministeriums – angesichts der hohen Folgekosten von Gewalt – auf 210 Millionen Euro.

      Wie lange müssen die Frauen in Österreich – jede 5. Frau ab ihrem 15. Lebensjahr wird Opfer von körperlicher und/oder sexueller Gewalt – noch darauf warten?

       

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      News:

      AÖF am Podium bei Jubiläumstagung „Tatort Arbeitsplatz“

      Jubiläum 15 Jahre „Tatort Arbeitsplatz“: Gewalt in der Arbeitswelt als Spiegel unserer Gesellschaft und was wir dagegen tun können Die Gewerkschaften vida und GPA, die Arbeiterkammer (AK) Wien und der Weiße...

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      Neue Co-Geschäftsführung des Vereins AÖF

      Mit Jänner 2024 haben Maja Markanović-Riedl (rechts im Bild) und Alicja Świtoń gemeinsam die Geschäftsführung des AÖF - Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser übernommen. Das gesamte Team des Vereins AÖF bedankt...

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      One Billion Rising Vienna 2024

      Auch 2024 ist der Verein AÖF wieder Teil von:  ONE BILLION RISING VIENNA 2024 RISE FOR FREEDOM – BE THE NEW WORLD Mittwoch, 14. Februar, 15:30, vor dem Österreichischen Parlament, Dr. Karl Renner-Ring...

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      Cuvée Charité, ein Charity-Projekt zur Gewaltprävention, geht weiter

      Winzerinnen sammeln erfolgreich 2.500 Euro für den Verein AÖF im Rahmen des Charity-Projekts „Cuvée Charité“   Die Weinblüten, Frauenzimmer und VIN2 de Femme, drei engagierte Winzerinnengruppierungen bestehend aus zwölf Winzerinnen aus...

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      Alle Jahre wieder: Aktion Wunschzettel der AÖF-Frauenhäuser

      Schenken Sie gewaltbetroffenen Frauen und Kindern Freude mit der Aktion Wunschzettel der AÖF-Frauenhäuser Bereits seit mehr als 10 Jahren hilft die Aktion Wunschzettel Frauen und Kindern, die von physischer und/oder psychischer...

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      Femizide und Mordversuche 2024

      Details siehe hier.

      Stand: 15.4.2024

      • 8

        Femizide

      • 19

        Mord- versuche / Schwere Gewalt

        Projekt-Partnerschaften

        Die Informationsstelle gegen Gewalt wird gefördert von