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EU-Projekt RESPONSE – Multi-institutionelle Verantwortung im Frauengesundheitsbereich bei Verdacht auf geschlechterbasierter Gewalt bei schwangeren Frauen und Müttern

Ziel ist es, die Zahl der betroffenen Patientinnen, die sich medizinischem Personal anvertrauen und daraufhin an Opferschutzeinrichtungen weitervermittelt werden können, zu erhöhen Forschungsergebnisse zeigen, dass Frauen, die Betroffene von geschlechterbasierter Gewalt...

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Handbuch zur Prävention geschlechtsbasierter Gewalt in der Flüchtlingsbetreuung

Neuer Leitfaden "Gemeinsam Gewaltfrei" der Johanniter-Flüchtlingshilfe Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser setzt sich für alle Frauen ein, die auf der Flucht vor jeglicher Form von Gewalt sind, egal ob im familiären...

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Internationaler Frauentag: dm setzt sichtbare…

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Internationaler Frauentag: dm setzt sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Frauenhelpline auf dm Taschentücherndm setzt sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen dm drogerie markt setzt ein klares Zeichen gegen Gewalt an Frauen: Auf allen losen Taschentüchern der dm Marke Soft &...

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Plausch & Tausch für den guten Zweck

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Plausch & Tausch für den guten Zweck

Ein Frühlings-Tausch-Event zur Unterstützung der Autonomen Frauenhäuser. Jede von uns kennt das: Wir hängen an Dingen, die nur hängen - im Kleiderkasten. Uns liegt an Pullovern und Accessoires, die bloß noch...

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Der Verein AÖF trauert um Sabine Oberhauser

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Der Verein AÖF trauert um Sabine Oberhauser

  Der Verein AÖF trauert zutiefst um Sabine Oberhauser Die Mitarbeiterinnen der autonomen Frauenhäuser, der Frauenhelpline und des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) sind zutiefst betroffen und traurig über den Tod von...

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Partnergewalt gegen ältere Frauen

In der Forschung zu Partnergewalt gegen Frauen bleiben ältere Frauen als spezifische Gruppe häufig ausgeblendet. Die qualitative Studie "Intimate Partner Violence against elderly Women" beleuchtet das Problem aus Sicht von Expertinnen und Experten und Betroffenen.

Studie: Partnergewalt gegen ältere Frauen (Intimate Partner Violence against elderly Women)
Länderbericht Österreich (Wien 2010), Projektleitung: Dr.in Birgitt Haller

Zusammengefasst vom Verein AÖF

Im Rahmen eines EU Daphne Projekts (IPVoW - Intimate Partner Violence against older Women) haben Birgitt Haller und Helga Amesberger die österreichische Situation im Bereich Partnergewalt gegen ältere Frauen untersucht. Vor dem Hintergrund einer mangelnden Datenlage wurden Interviews mit betroffenen Frauen, Expertinnen und Experten und Vertreterinnen und Vertreter von Institutionen, die potentiell mit dem Thema konfrontiert sein könnten, durchgeführt. Ziel des europäischen Forschungsprojekts, das in sechs verschiedenen Ländern (Österreich, Deutschland, Großbritannien, Polen, Portugal und Ungarn) durchgeführt wurde, war es, Partnergewalt gegen ältere Frauen sowohl mit einem alters- als auch mit einem geschlechtersensiblen Blick umfassend zu analysieren.

Wie die Autorinnen feststellen, werden bei der Analyse von Gewalt gegen ältere Frauen häufig altersbedingte Faktoren wie Gebrechlichkeit in den Vordergrund gerückt, geschlechtsspezifische Ursachen bleiben vielfach unberücksichtigt. Die Auswertung der von ihnen geführten Interviews mit betroffenen Frauen in Österreich zeigt jedoch, dass zwar beide Aspekte von Relevanz sind, strukturelle Benachteiligungen von Frauen und eine damit einhergehende Machtungleichheit jedoch dominieren.

Alle zehn interviewten Frauen, die Opfer von Partnergewalt wurden, suchten erst nach Jahrzehnten professionelle Hilfe. Auch die befragten Expertinnen und Experten sprachen davon, dass ältere Frauen weitaus seltener Hilfe suchen würden, wenn sie von Gewalt betroffen sind. Sechs der zehn betroffenen Frauen wandten sich dennoch aus eigenem Antrieb heraus an eine Opferschutzeinrichtung. Trotz des hohen Alters der Interviewpartnerinnen (das Durchschnittsalter betrug 72 Jahre) verwies keine von ihnen auf die eigene körperliche Schwäche, auch benötigten sie keine Hilfe zur Bewältigung des Alltags.

Ausschlaggebende Gründe für den langen Verbleib in der gewalttätigen Beziehung waren vorwiegend die ökonomische Abhängigkeit, aber auch Werthaltungen betreffend Familie und Geschlechterrollen, sowie fehlende Perspektiven für den Lebensabend. Die fehlende oder nur sehr geringe Pension erschwerte die Beendigung der Gewaltbeziehung, gesellschaftliche Normen wirkten sich jedoch ebenso stark auf die Beziehung aus. Die Abhängigkeit der Frauen wurde zusätzlich durch ihr Alter und die lange Dauer der Beziehung verstärkt. Mit einer Ausnahme berichteten alle Frauen von einer Zunahme der Gewalt im Laufe der Beziehung, dieser Effekt wurde durch die Pensionierung des Partners zusätzlich verstärkt. Die Autorinnen kommen zu dem Schluss, dass Partnergewalt gegen ältere Frauen somit meist das Resultat jahrzehntelanger Gewalt ist, wobei sich die strukturelle Benachteiligung im Alter noch gravierender auswirkt.

Wie die Studie zeigt, spielen Gesundheitseinrichtungen bezüglich des Umgangs mit häuslicher Gewalt eine zentrale Rolle: Die interviewten Frauen wandten sich häufig aufgrund von körperlichen Verletzungen und/oder psychischen Problemen an ihre Ärztinnen und Ärzte. Während sich manche von ihnen den Medizinerinnen und Medizinern anvertrauten, verschwiegen bzw. leugneten andere die Gewalt. Einigen Frauen wurden jahrzehntelang Psychopharmaka verschrieben, doch nur die wenigsten Ärztinnen und Ärzte setzten konkrete Maßnahmen in Form einer Anzeige oder der Vermittlung an eine Gewaltschutzeinrichtung. Die Autorinnen sprechen sich daher für eine umfassende Sensibilisierung und Schulung von Ärztinnen und Ärzten und Pflegepersonal aus.

Auch eine enge Vernetzung mit Gewaltschutzeinrichtungen könne dabei helfen, Gewalt frühzeitig zu unterbinden. Hilfseinrichtungen für ältere Frauen und für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, bestehen in Österreich häufig nebeneinander, es fehlt jedoch an entsprechenden kombinierten Einrichtungen. Um eine optimale Betreuung zu gewährleisten, bräuchten Unterstützungseinrichtungen für Frauen zudem dringend mehr zeitliche – und damit finanzielle – Ressourcen. Wichtig sei zusätzlich der Aufbau von Betreuungsnetzwerken mit Alten- und Pflegeeinrichtungen, sowie mobilen Betreuungsdiensten – gerade im ländlichen Raum ist die fehlende Mobilität von betroffenen Frauen ein zentrales Problem.

 

Quelle:

Partnergewalt gegen ältere Frauen (Intimate Partner Violence against elderly Women)
Länderbericht Österreich (Wien 2010), Projektleitung: Dr.in Birgitt Haller


Zusammenfassung der Studie
als PDF: Link

Die Studie kann hier heruntergeladen werden: Link

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